Lexikon · Geld und Steuern
Rechnung
Das Dokument, mit dem du nach einem Auftrag deine Leistung abrechnest und das bestimmte Pflichtangaben enthalten muss, damit Finanzamt und Kunde es anerkennen.
Eine Rechnung ist das Dokument, mit dem du als Selbstständige oder Selbstständiger eine erbrachte Leistung gegenüber dem Auftraggeber abrechnest. Sie löst die Zahlung aus, belegt deine Einnahme und muss bestimmte Pflichtangaben enthalten, damit Finanzamt und Kunde sie anerkennen.
Die Pflichtangaben
- vollständiger Name und Anschrift von dir und vom Auftraggeber
- deine Steuernummer oder deine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
- Ausstellungsdatum und eine fortlaufende, nur einmal vergebene Rechnungsnummer
- Art und Umfang der Leistung, zum Beispiel Drehtag für eine Videoproduktion
- Datum oder Zeitraum der Leistung
- Nettobetrag, Steuersatz, Steuerbetrag und Gesamtbetrag
- bei Steuerbefreiung oder abweichender Steuerschuld ein entsprechender Hinweis statt der Steuer
Fehlt eine dieser Angaben, kann der Auftraggeber die Vorsteuer nicht ziehen und wird eine Korrektur verlangen. Das verzögert die Zahlung, ohne dass jemand etwas falsch gemeint hat.
Klarname statt Künstlername
Für Darstellerinnen und Darsteller ist ein Punkt besonders wichtig: Auf die Rechnung gehört dein bürgerlicher Name. Ein Künstlername darf zusätzlich stehen, ersetzt die Angabe aber nicht. Das ist kein Bruch der Diskretion, denn die Produktion kennt deine Identität ohnehin aus Vertrag und Altersnachweis. Wichtiger ist, dass Rechnungsdaten nicht in falsche Hände geraten: Schicke sie nur an die Stelle, die im Vertrag als Rechnungsempfänger genannt ist.
Ähnliches gilt für die Anschrift. Sie muss eine Adresse sein, unter der du tatsächlich erreichbar bist. Wer die eigene Wohnadresse nicht weitergeben möchte, klärt vorab mit Steuerberatung, welche Alternative im eigenen Fall zulässig ist. Eine erfundene oder veraltete Anschrift macht die Rechnung angreifbar und verzögert im Zweifel die Zahlung.
Sonderfälle in diesem Beruf
Nutzt du die Kleinunternehmerregelung, weist du keine Umsatzsteuer aus und vermerkst stattdessen, dass keine Steuer berechnet wird. Bei Auftraggebern im EU-Ausland gelten eigene Regeln, meist mit Hinweis auf die Steuerschuld des Empfängers.
Plattformen schreiben häufig keine Rechnung von dir an, sondern rechnen selbst ab und schicken dir eine Gutschrift. Dann schreibst du für dieselbe Leistung keine zusätzliche Rechnung, sonst entsteht eine doppelte Abrechnung.
Zwischen inländischen Unternehmen wird die elektronische Rechnung in einem strukturierten Datenformat schrittweise zur Pflicht. Empfangen können muss sie inzwischen jedes Unternehmen; für das Ausstellen gelten gestaffelte Übergangsfristen und Erleichterungen für kleine Unternehmen. Eine einfache PDF-Datei reicht deshalb nicht dauerhaft für jeden Fall. Welche Stufe für dich gilt, klärst du mit Steuerberatung oder Finanzamt.
Damit die Zahlung pünktlich kommt
Schreibe die Rechnung zeitnah nach dem Dreh und nenne die Bankverbindung sowie das vereinbarte Zahlungsziel. Bei Buchungen über diese Agentur wird innerhalb von 14 Tagen überwiesen, Barzahlung ist ausgeschlossen. Halte die Leistungsbeschreibung sachlich und neutral; Details zum Inhalt der Szene gehören nicht auf die Rechnung.
Rechnungen und Belege müssen mehrere Jahre aufbewahrt werden, auch digital. Die gesetzlichen Fristen wurden zuletzt geändert und sind beim Finanzamt zu erfragen. Eine ausführliche Anleitung mit Muster gibt der Beitrag Rechnung schreiben: Pflichtangaben und Fallstricke.
Dieser Eintrag ordnet die Grundlagen ein und ersetzt keine Steuerberatung.
Offene Frage dazu?
Begriffe erklären das Was, nicht immer das Wie im eigenen Fall. Wenn du wissen willst, was das konkret für dich bedeutet, frag uns — daraus muss keine Bewerbung werden. Viele Antworten stehen schon bei den häufigen Fragen.