Lexikon · Geld und Steuern
Steuernummer
Die Nummer, unter der dein zuständiges Finanzamt deine selbstständige Tätigkeit führt und die auf jede Rechnung gehört, sofern keine andere Nummer genutzt wird.
Die Steuernummer ist die Nummer, unter der dein zuständiges Finanzamt dich und deine selbstständige Tätigkeit führt. Sie wird bei Aufnahme der Tätigkeit vergeben, steht auf Steuerbescheiden und gehört auf jede Rechnung, die du schreibst, sofern du dort nicht deine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer angibst.
Nicht zu verwechseln mit der Steuer-ID
Jede in Deutschland gemeldete Person hat bereits eine steuerliche Identifikationsnummer, kurz Steuer-ID. Sie wird zentral vergeben, gilt lebenslang und begleitet dich durch Lohnabrechnung, Einkommensteuer und Behördenkontakte. Für die Abrechnung einer selbstständigen Tätigkeit reicht sie nicht. Dafür vergibt das örtliche Finanzamt die Steuernummer.
Ein weiterer Unterschied: Die Steuernummer hängt an der Zuständigkeit. Ziehst du in den Bezirk eines anderen Finanzamts, kann sich die Nummer ändern. Dann müssen Rechnungsvorlagen und Plattformprofile angepasst werden. Daneben führt die Finanzverwaltung schrittweise eine Wirtschafts-Identifikationsnummer ein, die künftig weitere Aufgaben übernehmen soll; welche Nummer wo verlangt wird, teilt das Finanzamt mit.
So kommst du an die Nummer
Nach Beginn der selbstständigen Tätigkeit meldest du dich beim Finanzamt mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Er wird elektronisch über das Portal der Finanzverwaltung übermittelt. Abgefragt werden unter anderem Art der Tätigkeit, voraussichtlicher Umsatz und Gewinn sowie die Entscheidung über die Kleinunternehmerregelung. Bei einer gewerblichen Tätigkeit wird das Finanzamt zusätzlich durch die Gewerbeanmeldung informiert, der Fragebogen bleibt trotzdem Pflicht.
Die Angaben zum erwarteten Gewinn haben Folgen: Auf ihrer Grundlage kann das Finanzamt Vorauszahlungen festsetzen. Schätze realistisch, nicht zu niedrig und nicht aus Vorsicht übertrieben hoch.
Bis die Nummer zugeteilt ist, vergeht oft einige Zeit. Melde dich deshalb frühzeitig, am besten vor dem ersten bezahlten Auftrag, damit die erste Rechnung nicht auf die Steuernummer warten muss.
Warum Plattformen danach fragen
Betreiber digitaler Plattformen sind verpflichtet, bestimmte Daten ihrer Anbieter an die Finanzbehörden zu melden, darunter Identität und erzielte Umsätze. Deshalb verlangen sie Steuer-ID, Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Fehlen die Angaben oder sind sie falsch, kann die Plattform Auszahlungen zurückhalten oder das Konto einschränken. Das Finanzamt erfährt von den Einnahmen auf diesem Weg ohnehin, eine vollständige eigene Erklärung ist deshalb der einzig sinnvolle Weg.
Wo die Steuernummer gebraucht wird
- auf jeder Rechnung an eine Produktion
- in Steuererklärungen und Umsatzsteuer-Voranmeldungen
- in den Steuerangaben deiner Plattformkonten
- im Schriftverkehr mit dem Finanzamt
Vertraulich, aber kein Geheimnis
Die Steuernummer verrät für sich genommen nichts über die Art deiner Tätigkeit. Trotzdem gehört sie nur an Geschäftspartner, die sie für die Abrechnung brauchen. Wer anonym nach außen auftreten will, kann auf Rechnungen statt der Steuernummer die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer angeben. Sie ist für die Weitergabe gedacht und weniger heikel, falls ein Dokument in falsche Hände gerät.
Wie Anmeldung, Nummern und Erklärungen zusammenspielen, beschreibt der Beitrag Selbstständig als Darstellerin: Gewerbe, Steuern, Rechnungen.
Dieser Eintrag ordnet ein und ersetzt keine Steuerberatung. Verfahren und Formulare ändern sich; maßgeblich sind die Vorgaben deines Finanzamts.
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