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Lexikon · Geld und Steuern

Steuerrücklage

Ein fester Anteil jeder Einnahme, den Selbstständige getrennt zurücklegen, um spätere Steuer- und Beitragsforderungen ohne Engpass bezahlen zu können.

Eine Steuerrücklage ist Geld, das du von jeder Einnahme abzweigst und getrennt parkst, um spätere Forderungen von Finanzamt, Gemeinde oder Krankenkasse bezahlen zu können. Sie ist kein Begriff aus dem Gesetz, sondern ein Werkzeug der eigenen Finanzplanung, und für Selbstständige ohne Lohnsteuerabzug unverzichtbar.

Warum Darsteller sie besonders brauchen

Bei Angestellten zieht der Arbeitgeber die Lohnsteuer vom Gehalt ab, bevor es überwiesen wird. Bei einer Tagesgage oder einer Plattformauszahlung passiert das nicht. Auf dem Konto landet der volle Betrag, und er fühlt sich wie verdientes Geld an. Die Steuer dafür wird aber erst Monate später festgesetzt, oft mehr als ein Jahr nach dem Drehtag. Wer bis dahin alles ausgegeben hat, steht vor einer Nachzahlung ohne Deckung.

Dazu kommt die unregelmäßige Auftragslage. Drehtage häufen sich in manchen Monaten und bleiben in anderen aus, Umsätze aus einer Fanplattform schwanken. Die Rücklage verhindert, dass ein guter Monat später ein schlechtes Jahr finanzieren muss.

Welche Forderungen auf dich zukommen können

  • Einkommensteuer auf den Gewinn, als Nachzahlung nach dem Bescheid und danach als laufende Steuervorauszahlung.
  • Umsatzsteuer, sofern du sie ausweist. Sie gehört nie dir und wird mit der Voranmeldung fällig, mehr dazu unter Umsatzsteuer.
  • Gewerbesteuer, wenn deine Tätigkeit gewerblich ist und der Gewinn über dem Freibetrag liegt.
  • Nachforderungen der Krankenversicherung, wenn der endgültige Beitrag nach dem Steuerbescheid höher ausfällt als der vorläufige.

Wie hoch die Rücklage sein sollte

Eine allgemeingültige Quote gibt es nicht. Die Einkommensteuer ist progressiv: Mit steigendem Gewinn steigt der Steuersatz auf jeden weiteren Euro. Wer daneben ein Gehalt bezieht, zahlt auf die Gagen einen höheren Satz als jemand, der nur vom Drehen lebt. Ob Umsatzsteuer enthalten ist, verändert die Rechnung zusätzlich.

Praktikabel ist ein fester Prozentsatz vom Zahlungseingang, den du nach einem ersten Gespräch mit einer Steuerberatung festlegst und nach jedem Bescheid überprüfst. Die Umsatzsteuer gehört dabei vollständig in die Rücklage, nicht nur ein Teil davon. Lieber etwas zu viel zurücklegen: Ein Überschuss nach dem Bescheid ist ein Puffer, eine Lücke ist ein Problem.

So richtest du sie ein

Ein zweites Konto, auf das du bei jedem Zahlungseingang sofort den festgelegten Anteil überweist, reicht aus. Ein Dauerauftrag funktioniert schlechter, weil Gagen unregelmäßig kommen; besser ist die Überweisung am Tag der Gutschrift. Das Konto sollte nicht für den Alltag genutzt werden, aber jederzeit verfügbar sein, denn Fälligkeiten richten sich nach dem Finanzamt, nicht nach dir.

Besonders kritisch ist das zweite Jahr der Selbstständigkeit. Dann treffen oft die Nachzahlung für das erste Jahr und die ersten Vorauszahlungen für das laufende Jahr zusammen. Einen Überblick, was nach Steuern und Kosten realistisch bleibt, gibt der Beitrag Was verdient eine Darstellerin.

Dieser Eintrag beschreibt ein Planungsprinzip und ersetzt keine Steuerberatung.

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