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Lexikon · Geld und Steuern

Einnahmenüberschussrechnung

Die einfache Gewinnermittlung für Selbstständige: Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben ergeben den Gewinn eines Kalenderjahres.

Die Einnahmenüberschussrechnung ist die einfache Form der Gewinnermittlung für Selbstständige: Alle Betriebseinnahmen eines Kalenderjahres minus alle Betriebsausgaben desselben Jahres ergeben den Gewinn. Keine Bilanz, keine Inventur, keine doppelte Buchführung.

Was praktisch zu tun ist

Die Arbeit besteht aus drei Handgriffen, die das ganze Jahr über anfallen. Du erfasst jede Zahlung, die für deine Tätigkeit eingeht — Gagen, Plattformauszahlungen, Erstattungen. Du erfasst jede beruflich veranlasste Zahlung, die hinausgeht. Und du bewahrst zu beidem einen Beleg auf.

Am Jahresende wird daraus eine Aufstellung, die zusammen mit der Einkommensteuererklärung elektronisch übermittelt wird. Der Gewinn aus dieser Rechnung ist die Zahl, auf die Einkommensteuer erhoben wird — nicht dein Umsatz und nicht der Betrag, der über das Jahr auf dem Konto eingegangen ist.

Wer daneben angestellt arbeitet oder studiert, gibt beides in derselben Erklärung an. Der Gewinn aus der selbstständigen Tätigkeit kommt dann zum übrigen Einkommen hinzu, was die Belastung des zusätzlichen Euro erhöht. Auch das ist ein Grund, Rücklagen zu bilden statt nur den Zahlungseingang zu betrachten.

Das Zuflussprinzip

Maßgeblich ist nicht, wann du eine Leistung erbracht oder eine Rechnung geschrieben hast, sondern wann das Geld geflossen ist. Ein Drehtag im Dezember, der im Januar bezahlt wird, gehört in das neue Jahr. Umgekehrt zählt eine Ausgabe in das Jahr, in dem du sie bezahlt hast.

Das hat einen praktischen Nebeneffekt: Wann du eine größere Anschaffung bezahlst, verschiebt Gewinn zwischen zwei Jahren. Für langlebige Anschaffungen gelten allerdings Sonderregeln, weil die Kosten dann über die Nutzungsdauer verteilt werden. Ob und ab welcher Höhe das greift, klärt die Steuerberatung — die Werte dafür ändern sich.

Warum Umsatz nicht Gewinn ist

Eine Videoproduktion bringt 400 bis 1.200 Euro pro Drehtag. Was davon Gewinn ist, hängt an den Ausgaben dieses Jahres: Fahrten, Arbeitsmittel, Aufnahmen für die Sedcard, Telefon- und Internetanteil, Steuerberatung, Kontoführung. Zwei Personen mit identischen Gagen können deshalb sehr unterschiedliche Gewinne haben.

Dazu kommt, dass unbezahlte Zeit nicht abgesetzt werden kann. Tage für Bewerbungen, Absprachen, Reisen ohne Dreh oder Contentproduktion ohne Umsatz erscheinen in keiner Zeile — sie senken den Stundenlohn, nicht den Gewinn. Welche Posten typischerweise abgesetzt werden, steht unter Betriebsausgabe.

So bleibt die Rechnung überprüfbar

Sammle Belege laufend statt im März des Folgejahres. Ein getrenntes Konto für berufliche Zahlungen ersetzt den größten Teil der Sortierarbeit, weil der Kontoauszug dann selbst die Chronologie liefert. Digitale Belege gehören gesichert abgelegt; Aufbewahrungsfristen gelten auch für sie.

Führst du Umsatzsteuer ab, wird die vereinnahmte und gezahlte Steuer in der Rechnung getrennt behandelt und wirkt sich nicht auf den Gewinn aus. Das Grundprinzip dazu steht unter Umsatzsteuer, den Alltag beschreibt der Beitrag Gewerbe und Steuern für Darsteller.

Diese Erklärung ordnet das Verfahren ein und ersetzt keine Steuerberatung.

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