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Lexikon · Geld und Steuern

Tagesgage

Das vorab vereinbarte Honorar für einen kompletten Drehtag, unabhängig davon, wie viele Szenen oder Motive an diesem Tag entstehen.

Die Tagesgage ist das vereinbarte Honorar für einen kompletten Drehtag — unabhängig davon, wie viele Szenen, Einstellungen oder Motive an diesem Tag tatsächlich entstehen. Sie wird vor der Zusage festgelegt, steht im Vertrag und ist die Grundlage, auf der jede weitere Vereinbarung aufbaut.

Welche Bandbreiten hier gelten

Die Höhe richtet sich nach der Produktionsart. Eine Fotoproduktion wird mit 250 bis 600 Euro pro Drehtag vergütet, eine Videoproduktion mit 400 bis 1.200 Euro. Für eine Eventbegleitung ohne sexuelle Handlungen sind 200 bis 500 Euro pro Tag vorgesehen.

Innerhalb dieser Spannen entscheidet nicht der Zufall, sondern das Budget der Produktion, der Umfang der Rolle und die Frage, wie viel Drehzeit du dem Team sparst. Die vollständige Aufstellung mit Zahlungswegen steht auf der Seite Verdienst.

Was ein Drehtag zeitlich umfasst

Der Begriff Tag ist wörtlicher gemeint, als Einsteiger erwarten. Zehn bis zwölf Stunden sind normal, gerechnet ab der Anreise und einschließlich Maske, Aufbau, Wartezeit zwischen den Einstellungen und Abbau. Die reine Zeit vor der Kamera ist der kleinere Teil davon.

Das ist keine Schikane, sondern Folge der Technik: Licht wird umgestellt, Anschlüsse werden geprüft, eine Einstellung wird mehrfach gedreht. Wer die Gage auf Stunden umlegt, kommt deshalb auf einen anderen Wert als beim ersten Blick auf die Zahl. Wie ein solcher Tag praktisch verläuft, zeigt der Beitrag Ein Drehtag von der Anreise bis zum Feierabend.

Was die Höhe nach oben oder unten bewegt

  • Umfang der eingeräumten Nutzungsrechte: Ein weltweiter, unbefristeter Buyout ist mehr wert als eine räumlich und zeitlich begrenzte Nutzung und muss sich in der Gage abbilden.
  • Rolle und Aufwand: eine tragende Rolle über mehrere Drehtage gegenüber einem kurzen Einsatz mit einer Einstellung.
  • Vorlauf: Kurzfristige Anfragen, für die du einen anderen Termin absagst, lassen sich besser verhandeln als Buchungen mit Wochen Vorlauf.
  • Erfahrung und Zuverlässigkeit, weil beides messbar Drehzeit spart.
  • Zusatzleistungen wie Aufnahmen für Behind-the-Scenes-Material oder Standfotos, die getrennt zu bewerten sind.

Bevor du zusagst

Kläre schriftlich, was die Gage abdeckt und was nicht. Drei Punkte gehören dazu: der Umfang der Nutzungsrechte, die Behandlung von Reise- und Übernachtungskosten (siehe Spesen) und die Regelung für den Fall, dass der Dreh länger dauert oder kurzfristig abgesagt wird. Eine Ausfallvereinbarung ist verhandelbar, aber nur vorher.

Rechnerisch ist die Tagesgage Umsatz, nicht Einkommen. Steuern, Fahrten, Arbeitsmittel und Ausfalltage gehen davon ab. Für die eigene Planung ist deshalb die Zahl der realistisch erreichbaren Drehtage pro Monat wichtiger als die Höhe einer einzelnen Gage.

Dieser Eintrag ordnet den Begriff ein und ersetzt keine Steuerberatung; für deine konkreten Zahlen sind Steuerberatung oder Finanzamt zuständig.

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