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Lexikon · Geld und Steuern

Halbtagesgage

Das Honorar für einen verkürzten Einsatz von meist vier bis fünf Stunden, das aus gutem Grund über der Hälfte einer vollen Tagesgage liegt.

Eine Halbtagesgage ist das Honorar für einen verkürzten Einsatz, in der Regel bis vier oder fünf Stunden vor Ort. Produktionen setzen sie an, wenn nur ein begrenzter Block gebraucht wird: ein einzelnes Fotoset, eine Szene, ein Nachdreh zu einem Projekt, das ansonsten abgeschlossen ist.

Warum die halbe Zeit nicht das halbe Geld bedeutet

Der Aufwand auf deiner Seite sinkt nicht proportional zur Drehzeit. Anreise, Vorbereitung, Maske und Rückreise fallen unabhängig davon an, ob du vier oder zehn Stunden am Set bist. Entscheidend ist aber ein anderer Punkt: Der Termin blockiert den Tag. Wer vormittags dreht, nimmt am selben Tag selten noch eine zweite Buchung an.

Eine tragfähige Halbtagesgage liegt deshalb deutlich über der Hälfte der Tagesgage, nicht bei genau der Hälfte. Die Argumente dafür sind Fixaufwand und Terminblockade — beides lässt sich sachlich begründen und muss nicht als Forderung formuliert werden.

Wann ein halber Tag für beide Seiten passt

Es gibt Einsätze, bei denen ein voller Tag keinen Sinn ergibt. Ein Fotoset mit wenigen Motiven, ein kurzer Interviewblock für Zusatzmaterial, eine Nachaufnahme, weil eine Einstellung technisch misslungen ist. Auch bei einer ersten Buchung wird gelegentlich ein halber Tag angesetzt, damit beide Seiten sich in überschaubarem Rahmen kennenlernen.

Das Erkennungsmerkmal einer sauber geplanten Halbtagesbuchung steht im Call Sheet: ein klar begrenztes Zeitfenster mit Anfangs- und Endzeit und eine Aufnahmeliste, die in dieses Fenster passt.

Wann die Halbtagesgage ein Warnsignal ist

Kritisch wird es, wenn der Umfang des Drehs offensichtlich nicht in das vereinbarte Zeitfenster passt. Typische Konstellation: gebucht ist ein halber Tag, geplant sind mehrere Szenen mit Umbauten und Kostümwechseln. Dann ist die Halbtagesgage keine Anpassung an einen kleinen Auftrag, sondern eine Kalkulation, die auf deine Kulanz baut.

Ebenso aufschlussreich ist der Vertrag: Werden bei halber Gage dieselben umfassenden Nutzungsrechte eingeräumt wie bei einem ganzen Drehtag, stimmt das Verhältnis von Leistung und Gegenleistung nicht. Die Verwertung interessiert sich nicht dafür, wie lange gedreht wurde.

Worauf du bei der Zusage achtest

Halte drei Punkte schriftlich fest: das Zeitfenster mit Uhrzeiten, den Umfang der geplanten Aufnahmen und die Regel für Überziehung. Üblich ist ein Aufschlag ab einer festgelegten Uhrzeit oder der Übergang auf die volle Tagesgage. Ohne solche Regelung endet der Tag entweder mit unbezahlter Mehrarbeit oder mit einem Konflikt am Set, den niemand gebrauchen kann.

Prüfe zusätzlich, wie Reisekosten behandelt werden. Bei einem kurzen Einsatz mit langer Anfahrt kann die Erstattung wirtschaftlich schwerer wiegen als die Gage selbst. Die Honorarrahmen dieser Agentur stehen auf der Seite Verdienst.

Der Eintrag dient der Einordnung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

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