Lexikon · Produktion und Set
Call Sheet
Die Tagesdisposition einer Produktion: ein Blatt, das Drehort, Zeiten, Beteiligte und die geplanten Szenen für einen einzelnen Drehtag festhält.
Das Call Sheet ist der Tagesplan einer Produktion: ein Dokument für genau einen Drehtag, das festhält, wo gedreht wird, wann wer anwesend sein muss, welche Szenen vorgesehen sind und wen du bei Rückfragen erreichst. Es geht vor dem Drehtag an alle Beteiligten und ist die verbindliche Grundlage für den Ablauf vor Ort.
Diese Angaben gehören darauf
- Drehort und Anfahrt: vollständige Adresse mit Etage oder Studionummer, Parksituation, nächste Haltestelle.
- Zeiten: Ankunftszeit, Beginn der Maske, geplanter Drehbeginn, Pausen, voraussichtliches Ende.
- Beteiligte: wer an diesem Tag arbeitet — Regie, Kamera, Ton, Licht, Maske, Produktionsleitung und die weiteren Darsteller.
- Geplante Szenen: welche Einstellungen abgedreht werden und in welcher Reihenfolge.
- Ansprechpersonen: Name und Telefonnummer für Verspätung, Rückfragen und Notfälle.
- Organisatorisches: Garderobe, Verpflegung, was gestellt wird und was du selbst mitbringst.
Drei Tage Vorlauf sind die untere Grenze
Ein Call Sheet, das erst am Vorabend kommt, nimmt dir jede Möglichkeit zu planen. Du brauchst die Adresse, um Anfahrt und Rückfahrt zu organisieren. Du brauchst die Zeiten, um zu wissen, ob du am Abend noch einen Zug bekommst. Und du brauchst die Szenenliste, um sie mit deiner Ja-Nein-Vielleicht-Liste abzugleichen, solange eine Absage noch fair möglich ist.
Ebenso wichtig ist die Namensliste. Wer weiß, welche Personen am Set sein werden, merkt sofort, wenn am Drehtag jemand zusätzlich auftaucht. Das ist der praktische Nutzen hinter dem trockenen Blatt Papier.
Kurzfristige Änderungen sind normal und kein schlechtes Zeichen: Ein Motiv fällt weg, eine Uhrzeit verschiebt sich. Sie werden aber angekündigt und als neue Fassung verschickt. Achte deshalb auf das Datum oben auf dem Blatt und arbeite immer mit der jüngsten Version. Wer mit einer veralteten Fassung anreist, steht im Zweifel eine Stunde zu früh oder an der falschen Adresse.
Wenn keine Disposition kommt
Eine Produktion, die kein Call Sheet verschickt, arbeitet entweder unorganisiert oder absichtlich unklar. Beides kostet dich Zeit und Nerven, im zweiten Fall auch Sicherheit. Typische Muster: Die Adresse wird erst zwei Stunden vorher per Nachricht durchgegeben. Es heißt, das ergebe sich vor Ort. Oder es wird ein Treffpunkt genannt statt eines Drehorts.
Fordere die Disposition schriftlich an. Bleibt sie aus, ist das ein belastbarer Grund abzusagen — auch kurzfristig. Weitere Anzeichen dieser Art sammelt der Beitrag unseriöse Angebote erkennen.
Was du mit dem Blatt machst
Lies es einmal vollständig und gleiche drei Dinge ab: Stimmen die Szenen mit dem überein, was vertraglich vereinbart wurde? Passt der Zeitrahmen zur zugesagten Gage für den Drehtag? Ist eine Ansprechperson benannt, die nicht gleichzeitig Regie führt?
Speichere das Call Sheet und gib Adresse und Endzeit einer Person deines Vertrauens weiter, die nicht am Dreh beteiligt ist. Wie ein vollständiger Drehtag zeitlich abläuft, beschreibt dieser Beitrag Stunde für Stunde.
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