
Wer nicht weiß, was ihn erwartet, bewirbt sich nicht. Deshalb steht hier ein vollständiger Drehtag, so wie er bei einer regulären Produktion abläuft. Die Zeiten sind typisch, nicht verbindlich.
Vorher: die Woche davor
Du bekommst spätestens drei Tage vor dem Termin eine schriftliche Übersicht: Drehort, Anfahrt, Beginn, geplantes Ende, wer am Set ist, was gedreht wird, welche Handlungen vorgesehen sind und was du mitbringen sollst. Wenn eine dieser Angaben fehlt, frag nach. Eine Produktion, die das nicht liefern kann oder will, ist keine, bei der du drehen solltest.
Zur gleichen Zeit klärst du deinen Test-Status. Übliche Praxis ist ein STI-Panel, das am Drehtag nicht älter als 14 Tage ist.
08:30 — Ankunft
Am Set melden sich alle bei der Produktionsleitung. Ausweiskontrolle, Kopie für die Dokumentation, Unterschrift unter den Modelvertrag, sofern das nicht vorab passiert ist. Das ist kein Misstrauen, sondern gesetzliche Pflicht: Ohne dokumentierten Altersnachweis darf keine Produktion veröffentlicht werden.
Danach: Kaffee, ankommen, Set ansehen, Leute kennenlernen. Nimm dir die Zeit. Ein Set, an dem du sofort in die Vorbereitung geschoben wirst, arbeitet schlecht.
09:00 — Das Gespräch über Grenzen
Der wichtigste Programmpunkt des Tages. Vor jeder Kamera wird durchgesprochen, was passiert und was nicht. Deine Ja-Nein-Vielleicht-Liste liegt auf dem Tisch, alle Beteiligten kennen sie. Es wird festgelegt, wer die Ansprechperson für Abbrüche ist und welches Wort den Dreh sofort stoppt.
Zwei Dinge sind hier nicht verhandelbar: Du kannst jederzeit Nein sagen, auch zu etwas, dem du vorher zugestimmt hast. Und ein Nein hat keine Folgen für die vereinbarte Gage.
09:30 — Maske und Vorbereitung
Haare, Make-up, Garderobe. Bei kleineren Produktionen machst du das selbst — dann steht das vorher in der Übersicht, und die Produktion sagt dir, welcher Look gewünscht ist.
11:00 — Die ersten Einstellungen
Gedreht wird in kurzen Abschnitten mit vielen Unterbrechungen: Licht umstellen, Perspektive wechseln, Anschluss prüfen. Das ist der Teil, der Einsteigerinnen am meisten überrascht — es ist erheblich technischer und unromantischer, als es später aussieht. Zwischen den Einstellungen wird geredet, getrunken, aufs Handy geschaut.
Was du nicht mitbringen musst: Schauspielerfahrung. Was hilft: Geduld und die Bereitschaft, dieselbe Sekunde fünfmal zu wiederholen.
13:00 — Pause
Essen gehört zur Produktion und wird gestellt. Eine Stunde, mindestens. Wenn eine Produktion durchdreht, ohne Pause anzubieten, ist das ein Warnsignal.
14:00 bis 17:00 — Hauptteil
Die längste Phase. Hier gilt dasselbe wie am Vormittag: kurze Abschnitte, viele Unterbrechungen, regelmäßige Rückfragen, ob alles in Ordnung ist. Bei Bedarf wird gestoppt — dafür braucht es keine Begründung.
17:30 — Abnahme und Abschluss
Die Produktion prüft, ob alles im Kasten ist. Danach: Papierkram abschließen, Gage klären. Üblich ist Überweisung innerhalb von 14 Tagen gegen Rechnung; Barzahlung am Set kommt vor, ist aber nicht die Regel.
Du bekommst außerdem schriftlich, was mit dem Material passiert: welche Kanäle, welcher Zeitraum, welches Gebiet.
Danach
Wir melden uns ein bis zwei Tage später — nicht um den nächsten Termin zu verkaufen, sondern um zu fragen, wie es war. Was am Set nicht gepasst hat, wollen wir wissen. Kritik an einer Produktion ändert, mit wem wir weiterarbeiten.
Der erste Drehtag ist für die meisten weniger dramatisch als erwartet: lang, technisch, in den Pausen freundlich. Wer damit rechnet, ist gut vorbereitet.
Fragen dazu?
Schreib uns, oder sieh dir an, wie eine Zusammenarbeit abläuft.