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Lexikon · Geld und Steuern

Nebenberufliche Selbstständigkeit

Eine selbstständige Tätigkeit, die neben Studium, Ausbildung oder Hauptjob ausgeübt wird und dabei nach Zeit und Einkommen untergeordnet bleibt.

Nebenberuflich selbstständig ist, wer neben einem Studium, einer Ausbildung oder einer Anstellung auf eigene Rechnung arbeitet und diese Tätigkeit nach Zeitaufwand und Einkommen untergeordnet bleibt. Für die meisten, die gelegentlich drehen oder fotografiert werden, ist das die passende Einordnung.

Anmeldung und Steuern

Die Aufnahme der Tätigkeit meldest du beim Finanzamt mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Danach erhältst du eine Steuernummer, die auf Rechnungen und Gutschriften gehört. Ob zusätzlich eine Gewerbeanmeldung nötig ist, hängt davon ab, ob die Tätigkeit als freiberuflich oder gewerblich eingestuft wird. Bei Darstellern ist das nicht einheitlich geregelt; die Agentur oder eine Steuerberatung hilft bei der Einordnung.

Der Gewinn aus der Nebentätigkeit wird mit dem übrigen Einkommen zusammengerechnet und über die Einkommensteuererklärung versteuert. Für die Umsatzsteuer ist meist die Kleinunternehmerregelung relevant.

Wann aus nebenberuflich hauptberuflich wird

Die Grenze ist nicht fest in Euro oder Stunden definiert. Krankenkassen und Behörden schauen auf das Gesamtbild: Wie viel Zeit fließt in die Selbstständigkeit, wie viel Einkommen bringt sie im Vergleich zu Job oder Studium, worauf baut der Lebensunterhalt? Wer mehrere Drehtage pro Woche hat oder eine eigene Plattform mit hohem Aufwand betreibt, kann als hauptberuflich selbstständig gelten.

Die Folgen sind spürbar: Familienversicherung und studentische Versicherung entfallen, die Krankenversicherung muss dann selbst getragen werden.

Arbeitgeber, Studium und Sozialleistungen

  • Arbeitgeber: Viele Arbeitsverträge verlangen, dass eine Nebentätigkeit angezeigt wird. Untersagt werden darf sie nur bei berechtigten Interessen.
  • Studium: BAföG und Werkstudentenstatus haben eigene Regeln, die eigenes Einkommen und Zeitaufwand berücksichtigen.
  • Sozialleistungen: Neben Bürgergeld gilt der Gewinn als Hinzuverdienst und muss gemeldet werden.

Abgrenzung zur Anstellung

Selbstständig ist, wer Aufträge frei annimmt oder ablehnt, für mehrere Auftraggeber arbeiten kann und nicht in feste Abläufe eingebunden ist. Fehlt das, liegt möglicherweise eine verdeckte Anstellung vor, die sogenannte Scheinselbstständigkeit.

Typische Kostenpunkte am Anfang

Wer nebenberuflich startet, unterschätzt oft die Nebenkosten: Fahrten zu Castings, Kleidung und Pflege für Drehtage, eine Buchhaltungssoftware, eventuell höhere Beiträge zur Krankenversicherung, wenn sich der Status ändert, und Rücklagen für die Einkommensteuer. Ein Teil davon ist als Betriebsausgabe absetzbar und senkt den Gewinn. Sinnvoll ist eine einfache Liste, in der du jede Gage und jede Ausgabe mit Datum und Beleg einträgst. Sie dient zugleich als Grundlage für die Einnahmenüberschussrechnung, für Meldungen an Krankenkasse oder BAföG-Amt und für Gespräche mit einer Steuerberatung.

Der saubere Start

Melde die Tätigkeit an, bevor das erste Honorar fließt. Trenne Einnahmen und Ausgaben von Anfang an, etwa über ein eigenes Konto, und lege einen Teil jeder Gage zurück. Wie sich Drehtage neben einem Hauptjob planen lassen, beschreibt die Seite Nebenjob am Wochenende.

Offene Frage dazu?

Begriffe erklären das Was, nicht immer das Wie im eigenen Fall. Wenn du wissen willst, was das konkret für dich bedeutet, frag uns — daraus muss keine Bewerbung werden. Viele Antworten stehen schon bei den häufigen Fragen.

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