Lexikon · Vermarktung und Plattform
Media Kit
Eine kompakte Präsentation mit Profil, Kennzahlen und Angeboten, die Creators an mögliche Werbe- und Kooperationspartner schicken.
Ein kurzes Dokument, meist ein bis drei Seiten als PDF, in dem ein Creator sich, seine Kanäle, sein Publikum und seine Angebote für Geschäftspartner zusammenfasst. Es beantwortet die Frage, die jeder mögliche Partner zuerst stellt: Wen erreiche ich über dieses Profil, und was kann ich hier buchen?
Media Kit oder Sedcard
Beide Dokumente werden oft verwechselt, richten sich aber an unterschiedliche Leser. Die Sedcard ist für Castings gedacht. Sie zeigt, wie du aussiehst, welche Maße und Merkmale du hast und welche Produktionsformen für dich in Frage kommen. Eine Produktion bucht dich als Person für einen Drehtag.
Das Media Kit richtet sich an Partner, die dein Publikum erreichen wollen: andere Creators für eine Kollaboration, Marken für Werbung, Plattformen oder Shops mit Partnerprogrammen. Gebucht wird nicht deine Anwesenheit, sondern deine Reichweite. Wer selbst Inhalte vermarktet und mit anderen zusammenarbeiten möchte, braucht deshalb oft beides.
Was hineingehört
- Künstlername und Kurzprofil. Zwei bis drei Sätze, wofür dein Kanal steht.
- Kanäle mit Kennzahlen. Follower, durchschnittliche Aufrufe, Interaktionen, jeweils mit dem Datum der Erhebung.
- Publikum. Was du aus den Statistiken deiner Plattformen ablesen kannst, etwa Länder und Altersgruppen, ohne Mutmaßungen.
- Angebote. Was buchbar ist, zum Beispiel Erwähnungen, gemeinsame Inhalte oder Produktvorstellungen.
- Grenzen. Was du grundsätzlich nicht machst. Das spart Anfragen, die du ohnehin ablehnst.
- Geschäftlicher Kontakt. Eine eigene E-Mail-Adresse unter dem Künstlernamen.
Preise kannst du nennen oder auf Anfrage stellen. Feste Preise sparen Verhandlungen, eine Anfrage lässt mehr Spielraum.
Bei der Gestaltung genügt wenig. Ein ruhiges Layout, zwei oder drei Bilder, die du ohnehin öffentlich zeigst, und klare Überschriften reichen aus. Partner lesen ein Media Kit in wenigen Minuten; wichtig ist, dass die entscheidenden Zahlen und Angebote sofort zu finden sind. Speichere das Dokument als PDF und prüfe vor dem Versand, dass im Dateinamen und in den Dateieigenschaften nicht dein echter Name steht.
Was nicht hineingehört
Klarname, Wohnort, private Telefonnummer, Bilder, auf denen Umgebung oder Kennzeichen zu erkennen sind. Ein Media Kit wird weitergeleitet, gespeichert und manchmal in Gruppen geteilt. Alles, was darin steht, solltest du auch in fremden Händen aushalten können. Hinweise zur Wahl und Trennung des Namens gibt der Beitrag Künstlername wählen.
Ehrliche Zahlen sind das Kapital
Geschönte Kennzahlen fallen auf, spätestens nach der ersten Zusammenarbeit, die nicht das bringt, was das Dokument versprochen hat. Partner sprechen miteinander, und ein Ruf als unzuverlässig hält sich länger als jede Statistik. Gekaufte Follower in einem Media Kit sind keine Übertreibung, sondern eine Täuschung des Geschäftspartners, die Rückforderungen nach sich ziehen kann.
Aktualisiere die Zahlen in festen Abständen und vermerke das Datum sichtbar. Wie du Reichweite realistisch aufbaust, beschreibt der Beitrag Reichweite ohne Gesicht. Bezahlte Zusammenarbeit ist Werbung und muss gegenüber deinem Publikum in der Regel erkennbar gekennzeichnet werden; kläre das vor der Zusage mit dem Partner.
Offene Frage dazu?
Begriffe erklären das Was, nicht immer das Wie im eigenen Fall. Wenn du wissen willst, was das konkret für dich bedeutet, frag uns — daraus muss keine Bewerbung werden. Viele Antworten stehen schon bei den häufigen Fragen.