Lexikon · Produktion und Set
TFP
TFP steht für Time for Prints: ein unbezahltes Shooting, bei dem Model und Fotograf Zeit gegen Bilder tauschen und beide die Fotos vereinbart nutzen dürfen.
TFP steht für „Time for Prints“, heute oft auch „Time for Pictures“, und bezeichnet ein Shooting, bei dem kein Geld fließt: Das Model bringt seine Zeit ein, der Fotograf seine Arbeit, und beide erhalten die Bilder zur vereinbarten Nutzung. Das Modell ist in der Fotoszene verbreitet, um Portfolios aufzubauen.
Wofür TFP sinnvoll sein kann
Für Einsteigerinnen und Einsteiger ohne Bilder kann ein TFP-Shooting ein Weg sein, erste Aufnahmen für eine Sedcard zu bekommen und Erfahrung vor der Kamera zu sammeln. Für Fotografen ist es eine Möglichkeit, neue Ideen umzusetzen. Funktioniert es gut, profitieren beide gleichermaßen.
Für bezahlte Produktionen ist TFP dagegen kein Modell. Wer für eine Produktion arbeitet, deren Aufnahmen verkauft werden, erhält eine Gage. Bei Fotoproduktionen, die diese Agentur vermittelt, liegt sie zwischen 250 und 600 Euro pro Drehtag.
Was vertraglich geklärt sein muss
Auch ohne Geld braucht ein TFP-Shooting eine schriftliche Vereinbarung. Sie regelt:
- wie viele Bilder du erhältst, in welcher Auflösung und bis wann
- wer die Bilder wofür nutzen darf, etwa nur Portfolio und eigene Kanäle, keine kommerzielle Verwertung
- ob Bilder bearbeitet, an Dritte weitergegeben oder verkauft werden dürfen
- wie Namensnennung, Löschung und Widerruf geregelt sind
Ohne diese Punkte gilt im Zweifel die gesetzliche Lage, und die ist für Models selten günstig. Die Nutzungsrechte müssen eindeutig benannt sein.
Wo TFP zur Falle wird
Unter dem Etikett TFP laufen auch unseriöse Angebote. Typische Warnzeichen sind Shootings in Privatwohnungen, ein Fotograf ohne erkennbare Arbeiten, die schrittweise Steigerung von Dessous zu Akt ohne vorherige Absprache oder die Bitte, keine Begleitperson mitzubringen. Bei Erotikaufnahmen kommt hinzu, dass Bilder ohne klaren Vertrag schnell auf Plattformen landen, die nie vereinbart waren.
Seriöse Fotografen haben kein Problem mit einer Begleitperson, einem Vorgespräch und einem schriftlichen Vertrag vor dem Shooting.
TFP im Erotikbereich
Bei Akt- und Erotikaufnahmen ist TFP besonders heikel, weil die Bilder intim sind und sich nach einer Veröffentlichung kaum zurückholen lassen. Hier sollte die Vereinbarung ausdrücklich festlegen, dass Bilder nur im Portfolio beider Seiten erscheinen, nicht auf Bezahlplattformen, Tube-Seiten oder in Foren. Sinnvoll ist auch eine Freigabe jedes einzelnen Bildes, bevor es irgendwo gezeigt wird. Wer für Erotikaufnahmen keine Gage zahlt, aber kommerzielle Nutzungsrechte verlangt, bietet kein TFP an, sondern unbezahlte Arbeit.
Vor dem Shooting prüfen
- Prüfe das Portfolio und frag nach Referenzen anderer Models.
- Lege Motive und Grenzen vorher schriftlich fest.
- Bring eine Vertrauensperson mit oder teile Ort und Zeit mit jemandem.
- Unterschreibe nichts, was du nicht verstanden hast, auch kein Model Release.
Wie bezahlte Fotojobs aussehen, beschreibt die Seite Fotomodel-Jobs.
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