Lexikon · Produktion und Set
Testshooting
Ein Testshooting sind Probeaufnahmen, mit denen geprüft wird, wie eine Person vor der Kamera wirkt, bevor sie für eine Produktion gebucht wird.
Ein Testshooting ist eine Reihe von Probeaufnahmen, mit der eine Agentur oder Produktion prüft, wie eine Person vor der Kamera wirkt: im Licht, in Bewegung, mit und ohne Make-up. Die Bilder dienen der internen Entscheidung über eine Besetzung oder als Grundlage für eine Sedcard. Sie sind kein Produktionsmaterial und nicht zur Veröffentlichung bestimmt, solange nichts anderes schriftlich vereinbart ist.
Warum Fotos aus dem Handy nicht reichen
Selbst gute Bewerbungsfotos zeigen nur, wie du auf einem einzelnen Bild aussiehst. Ein Testshooting beantwortet andere Fragen: Wie wirkst du unter Studiolicht? Hältst du eine Position, während die Kamera nachjustiert? Kannst du Anweisungen umsetzen, ohne dass es gestellt aussieht? Für eine Produktion ist das wichtiger als ein bestimmtes Aussehen, weil es am Drehtag Zeit spart.
Für dich hat das Testshooting einen eigenen Wert. Du lernst die Arbeitsweise kennen, siehst, wie viel Wiederholung schon bei einfachen Aufnahmen nötig ist, und merkst, ob dir die Situation grundsätzlich liegt. Wer danach feststellt, dass vor der Kamera zu stehen nichts für sie ist, hat nichts verloren.
Umfang und Bekleidung
Was aufgenommen wird, legst du vorher fest, nicht die Fotografin oder der Fotograf während des Shootings. Üblich sind Porträts, Ganzkörperaufnahmen und einige kurze Bewegungssequenzen. Ob und in welchem Umfang du dich dabei ausziehst, ist eine Absprache, die vor dem Termin getroffen wird und die du jederzeit enger ziehen darfst. Sexuelle Handlungen sind auch beim Testshooting ausgeschlossen, es gehört zum Casting.
Die Regeln des Castings gelten weiter: Studio oder gebuchte Location, mindestens drei Personen, Begleitperson erlaubt, keine Kosten für dich.
Die Rechte an den Probeaufnahmen
Der heikelste Punkt ist die Frage, was mit den Bildern geschieht. Auch Probeaufnahmen zeigen dich, und dein Recht am eigenen Bild gilt für sie genauso wie für jedes veröffentlichte Foto. Kläre deshalb schriftlich:
- wer die Aufnahmen speichert und wer Zugriff darauf hat,
- ob sie ausschließlich intern zur Auswahl genutzt werden oder an Produktionen weitergegeben werden dürfen,
- ob einzelne Bilder in deine Sedcard oder ein Profil eingehen,
- wann und auf welchem Weg sie gelöscht werden, falls es nicht zu einer Zusammenarbeit kommt.
Ein unterschriebenes Model Release für ein Testshooting sollte genau diese begrenzte Nutzung beschreiben. Eine Klausel, die umfassende Nutzungsrechte für alle Medien einräumt, gehört nicht zu Probeaufnahmen.
Worauf du achtest
Lass dir am Ende eine Auswahl der Aufnahmen zeigen. Bilder, auf denen du dich nicht wiedererkennst oder die gegen eine Absprache entstanden sind, kannst du löschen lassen. Notiere dir außerdem, wer an dem Tag fotografiert hat und wo die Bilder gespeichert werden. Falls du später einen Löschwunsch hast, weißt du dann, an wen er sich richtet und welche Aufnahmen gemeint sind.
Ein Testshooting, für das Geld von dir verlangt wird, ist kein Testshooting einer seriösen Agentur, sondern ein Verkaufsgespräch.
Offene Frage dazu?
Begriffe erklären das Was, nicht immer das Wie im eigenen Fall. Wenn du wissen willst, was das konkret für dich bedeutet, frag uns — daraus muss keine Bewerbung werden. Viele Antworten stehen schon bei den häufigen Fragen.