Lexikon · Produktion und Set
Kamera
Die Kamera ist am Set sowohl das Aufnahmegerät als auch die Person, die es bedient und entscheidet, was in welchem Ausschnitt ins Bild kommt.
Kamera bezeichnet am Set zweierlei: das Aufnahmegerät und die Person, die es bedient. Die Kameraperson entscheidet in Absprache mit der Regie, welcher Ausschnitt aufgenommen wird, aus welchem Winkel und mit welcher Bewegung. Für Darstellerinnen und Darsteller ist sie die Person, mit der sie während einer Aufnahme am direktesten zusammenarbeiten.
Eine oder mehrere Kameras
Kleine Produktionen arbeiten oft mit einer einzigen Kamera. Jede Perspektive wird dann einzeln aufgenommen, eine Szene also mehrfach wiederholt, einmal als Totale, einmal näher, einmal aus einem anderen Winkel. Größere Produktionen setzen zwei oder mehr Kameras gleichzeitig ein. Das spart Wiederholungen, bedeutet aber auch mehr Personen und mehr Technik im Raum. Frag vor dem Drehtag, mit wie vielen Kameras gearbeitet wird. Davon hängt ab, wie viele Menschen anwesend sind und wie oft du dieselbe Stelle wiederholst.
Bei Formaten, in denen eine Darstellerin selbst filmt, etwa bei POV-Aufnahmen, verschiebt sich die Rolle: Dann führt jemand vor der Kamera zugleich die Kamera. Das erfordert vorher eine technische Einweisung.
Was die Kamera von dir braucht
Die Kamera sieht nur einen Ausschnitt. Was außerhalb liegt, existiert für das Bild nicht. Daraus ergeben sich einige Arbeitsregeln:
- Markierungen: Auf dem Boden kleben manchmal Punkte, an denen du stehen oder ankommen sollst, damit Schärfe und Licht stimmen.
- Blickrichtung: Ob du in die Kamera schaust oder an ihr vorbei, wird vorher festgelegt. Ein versehentlicher Blick ins Objektiv kann eine Aufnahme unbrauchbar machen.
- Wiederholung: Jeder Durchgang ist ein Take. Mehrere Takes für dieselbe Stelle sind normal und kein Urteil über deine Leistung.
- Unterbrechungen: Akku, Speicherkarte oder Schärfe zwingen manchmal mitten in einer Szene zur Pause.
Eine gute Kameraperson erklärt dir vor der Aufnahme, was sie zeigen will, und sagt dir währenddessen knapp, wenn du dich aus dem Bild bewegst. Wie man damit ohne Schauspielerfahrung umgeht, beschreibt der Beitrag Vor der Kamera bestehen ohne Schauspielausbildung.
Was aufgenommen werden darf
Der Bildausschnitt ist eine künstlerische Entscheidung, aber keine unbegrenzte. Was die Kamera zeigen darf, ergibt sich aus Vertrag und Absprachen. Wenn du anonym arbeitest, ist das ein zentraler Punkt: Ist vereinbart, dass dein Gesicht nicht erkennbar ist, muss die Kamera das bei jeder Einstellung berücksichtigen. Darauf solltest du dich nicht allein verlassen, sondern vor dem Dreh mit Kamera und Regie gemeinsam besprechen, welche Perspektiven ausgeschlossen sind.
Für Aufnahmen neben dem eigentlichen Dreh, etwa Behind-the-Scenes-Material, gilt dasselbe. Sie brauchen deine ausdrückliche Zustimmung und stehen im Vertrag oder gar nicht.
Private Geräte bleiben aus
Gefilmt wird ausschließlich mit den Kameras der Produktion. Smartphones von Teammitgliedern haben während der Aufnahme nichts im Raum zu suchen. Bemerkst du eine zusätzliche Kamera, die dir nicht vorgestellt wurde, frag nach, bevor die nächste Aufnahme beginnt.
Offene Frage dazu?
Begriffe erklären das Was, nicht immer das Wie im eigenen Fall. Wenn du wissen willst, was das konkret für dich bedeutet, frag uns — daraus muss keine Bewerbung werden. Viele Antworten stehen schon bei den häufigen Fragen.