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Lexikon · Produktion und Set

Behind the Scenes

Aufnahmen vom Drehgeschehen selbst, die häufig Gesichter und Situationen zeigen, die niemand für eine Veröffentlichung vorgesehen hatte.

Behind the Scenes, kurz BTS, sind Aufnahmen vom Drehgeschehen selbst: das Team beim Aufbau, Gespräche zwischen den Durchgängen, die Maske bei der Arbeit, Pausen, Interviews. Das Material zeigt nicht die Szene, sondern ihre Entstehung — und genau darin liegt sein Reiz für die Vermarktung und sein Risiko für dich.

Was auf solchen Aufnahmen zu sehen ist

BTS entsteht meistens beiläufig, oft mit einer kleinen Kamera oder einem Handy, häufig ohne Ansage. Aufgenommen wird der Zustand zwischen den Aufnahmen: ungeschminkt oder halb geschminkt, im Bademantel, beim Essen, im Gespräch. Es sind die Momente, in denen niemand eine Rolle spielt.

Damit unterscheidet es sich grundlegend von B-Roll. B-Roll ist geplantes Zusatzmaterial für die Produktion. BTS dokumentiert die Arbeit dahinter und zeigt Menschen als Personen, nicht als Figuren.

Der kritische Punkt: Anonymität

Wer mit Künstlernamen arbeitet, ein bestimmtes Auftreten aufbaut oder bestimmte Merkmale bewusst nicht zeigt, verliert genau das im BTS-Material. Gründe dafür gibt es mehrere:

  • Das Gesicht ist ungeschminkt und dadurch leichter mit dem Privatleben verknüpfbar.
  • Auf Zurufen fallen echte Vornamen, in Gesprächen Wohnorte, Anfahrtswege oder Termine.
  • Tattoos, Narben oder Muttermale sind sichtbar, die in der Szene abgedeckt oder ausgespart wurden.
  • Im Hintergrund sind Straßenschilder, Hausnummern oder markante Gebäude zu erkennen.
  • Persönliche Gegenstände liegen im Bild: Ausweis, Handy, Tasche, Post.

Das ist der Grund, warum BTS beim Thema Anonymität so oft übersehen wird: Man denkt an das veröffentlichte Video und nicht an die Aufnahme, in der man nebenbei einen Kaffee getrunken hat. Welche Schutzmaßnahmen tatsächlich funktionieren, behandelt der Beitrag anonym arbeiten: was geht, was nicht.

Warum es eine eigene Vertragsregelung braucht

BTS-Material fällt nicht automatisch unter die Vereinbarung zur Hauptproduktion. Es wird oft anders verwertet: als kostenloser Vorschauinhalt, in sozialen Netzwerken, auf der Website der Produktion, als Bonusmaterial. Es kann also in Kanälen landen, die für die Hauptproduktion nie vorgesehen waren.

Deshalb gehört BTS ausdrücklich in den Vertrag — entweder mit derselben Regelung wie das Hauptmaterial oder mit einer eigenen. Geklärt sein sollte: ob überhaupt BTS gedreht wird, wer es aufnimmt, ob dein Gesicht darauf erscheinen darf, in welchen Kanälen es verwendet wird und ob du es vor der Veröffentlichung freigibst. Ohne diese Punkte sind deine Nutzungsrechte an dieser Stelle unbestimmt.

Am Drehtag durchsetzen

Frag zu Beginn, ob BTS geplant ist, und lass dir die Antwort in der Einweisung vor allen Beteiligten bestätigen. Wenn du kein BTS willst, sag es einmal deutlich zu Beginn statt bei jeder einzelnen Kamera. Und achte darauf, dass private Handyaufnahmen des Teams generell nicht zulässig sind: Was gefilmt wird, filmt die Produktion — alles andere ist eine Grenzüberschreitung, unabhängig davon, wie freundlich sie gemeint ist.

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