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Lexikon · Produktion und Set

Drehschluss

Drehschluss ist der Zeitpunkt, an dem die Aufnahmen eines Tages oder einer ganzen Produktion beendet sind und das Team abbaut.

Drehschluss ist das Ende der Aufnahmen, entweder für einen einzelnen Drehtag oder für eine gesamte Produktion. Mit ihm endet die Arbeit vor der Kamera, nicht aber der Arbeitstag: Abschminken, Umziehen, Unterschriften und der Abbau gehören noch dazu.

Geplante Endzeit und tatsächliches Ende

Jeder Drehtag hat eine geplante Endzeit, die im Call Sheet steht. Sie ist die Grundlage für deine Planung: Rückfahrt, Kinderbetreuung, Termine am nächsten Morgen. In der Praxis wird diese Zeit häufig überschritten, weil Umbauten länger dauern, Szenen wiederholt werden oder morgens später begonnen wurde.

Eine Überziehung ist nicht automatisch ein Fehlverhalten der Produktion. Sie wird aber zum Problem, wenn sie zur Gewohnheit wird oder ohne Rücksprache stattfindet. Ein professionelles Team kündigt frühzeitig an, dass es länger dauern wird, und fragt, ob das für dich machbar ist. Du darfst Nein sagen, wenn du die vereinbarte Endzeit brauchst.

Achte dabei auch auf dich selbst. Gegen Ende eines langen Tages lässt die Konzentration nach, und die Bereitschaft wächst, Dinge zuzusagen, nur damit es endlich vorbei ist. Szenen, die deine Grenzen berühren, gehören nicht in diese Phase. Wenn kurz vor Schluss noch etwas Neues vorgeschlagen wird, ist ein Nein besonders angebracht.

Was eine Überziehung kostet

Die Tagesgage deckt einen Drehtag im vereinbarten Umfang ab. Was darüber hinausgeht, ist Mehrarbeit. Ob und wie sie bezahlt wird, regelt die Überstundenregelung in deinem Vertrag. Steht dort nichts, gibt es am Abend wenig Verhandlungsspielraum. Deshalb gehört die Frage vor den Dreh, nicht in die letzte Stunde.

Auch Folgekosten zählen: Verpasst du durch die Überziehung den letzten Zug und brauchst eine Übernachtung, ist das ein Posten, den die Produktion tragen sollte. Das sollte ebenfalls vorher vereinbart sein. Wie zusätzliche Kosten abgerechnet werden, steht im Beitrag Reisekosten, Spesen, Wartezeit.

Nach der letzten Aufnahme

Zwischen Drehschluss und Heimweg liegen einige Schritte, die du nicht überspringen solltest:

  • Durchatmen: Nimm dir einen Moment, bevor du dich umziehst. Gerade nach intensiven Szenen hilft eine ruhige Pause, die auch unter Aftercare fällt.
  • Dokumente: Prüfe, ob alles unterschrieben ist, was unterschrieben sein muss, und ob du Kopien bekommst.
  • Abrechnung: Kläre, welche Spesen und Zusatzzeiten auf die Rechnung gehören.
  • Rückmeldung: Wenn etwas nicht gut lief, sprich es an, solange die Verantwortlichen noch vor Ort sind.

Drehschluss der gesamten Produktion

Bei mehrtägigen Projekten markiert der letzte Drehtag den Übergang in die Postproduktion. Ab jetzt wird geschnitten, und deine Aufnahmen gehen in andere Hände. Ein kurzes Abschlussgespräch, auch Debriefing genannt, ist eine gute Gelegenheit, letzte Fragen zur Veröffentlichung und zu Absprachen über Anonymität zu stellen.

Halte die tatsächliche Endzeit jedes Drehtags für dich fest. Diese Notiz ist hilfreich, wenn es später um die Abrechnung von Mehrstunden geht oder du einschätzen willst, ob eine Produktion ihre Zeitpläne verlässlich einhält.

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