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Praxis am Set

So läuft ein Castingtermin im Studio Schritt für Schritt ab

23. Oktober 2026 · 6 Minuten Lesezeit

Fotograf fotografiert Frau bei professioneller Beleuchtung in einem Studio – Castingablauf
Symbolbild · Foto: Vitaly Gariev / Pexels

Beim Thema „Castingtermin Ablauf“ geht es nicht darum, dich unter Druck zu setzen oder deine Grenzen auszutesten. Ein seriöser Termin dient dazu, offene Fragen zu klären, deine Wirkung vor der Kamera kennenzulernen und zu prüfen, ob eine Zusammenarbeit grundsätzlich passt. Sexuelle Handlungen gehören ausdrücklich nicht zu einem Casting.

Das Casting findet ausschließlich in einem Studio oder in einer dafür gebuchten Location statt, niemals in einer Privatwohnung. Während des gesamten Termins sind mindestens drei Personen anwesend, und du darfst ohne Voranmeldung eine Begleitperson mitbringen. Bewerbung, Gespräch, Casting, Vermittlung und Vertragsprüfung sind für dich kostenlos.

Erstgespräch und Casting sind zwei verschiedene Termine

Vor einem Casting steht in der Regel ein Erstgespräch. Dieses kann telefonisch oder per Video stattfinden und dient der ersten Orientierung: Du kannst deine Motivation erläutern, Fragen stellen und erfahren, wie Bewerbung, Vermittlung und mögliche Produktionen organisiert werden. Ausführlicher erklärt der Beitrag zum Erstgespräch mit der Agentur, welche Themen dabei sinnvoll sind.

Das Erstgespräch ist noch kein Kameratest und verlangt keine Anreise in ein Studio. Es soll dir ermöglichen, das Verfahren kennenzulernen, bevor du dich für einen persönlichen Termin entscheidest. Auch nach einem positiven Gespräch besteht keine Verpflichtung, ein Casting anzunehmen.

Beim Casting geht es anschließend um den persönlichen Eindruck, die Abstimmung deiner Grenzen und gegebenenfalls um sachliche Probeaufnahmen. Diese Aufnahmen entstehen nur mit deiner ausdrücklichen Zustimmung. Dass du zu einem Casting erscheinst, bedeutet weder eine pauschale Einwilligung in Aufnahmen noch eine Zusage für einen späteren Dreh.

Terminbestätigung und Vorbereitung

Vor der Anreise sollten Zeitpunkt, Studio oder gebuchte Location und die zuständige Ansprechperson eindeutig feststehen. Ebenso sollte klar sein, wie lange der Termin voraussichtlich angesetzt ist und ob Probeaufnahmen geplant sind. Fehlen wesentliche Informationen, kannst du vorab per E-Mail über die Seite Kontakt aufnehmen und nachfragen.

Für den Termin benötigst du einen gültigen Personalausweis oder Reisepass. Ein Führerschein reicht als Alters- und Identitätsnachweis nicht aus. Ohne gültiges Dokument kann weder das Casting noch ein späterer Dreh stattfinden.

Du kannst eine Begleitperson mitbringen, ohne sie vorher anmelden zu müssen. Diese Möglichkeit gilt unabhängig davon, ob du bereits Kameraerfahrung hast oder zum ersten Mal ein Studio besuchst. Eine seriöse Organisation versucht nicht, dich von einer Begleitung abzuhalten oder den Termin kurzfristig in eine Privatwohnung zu verlegen.

Besondere Outfits oder aufwendige Vorbereitungen sind nur dann sinnvoll, wenn sie vorher konkret besprochen wurden und du ihnen zugestimmt hast. Bringe nichts mit, womit du dich unwohl fühlst. Hinweise zur allgemeinen Vorbereitung findest du ergänzend unter Bewerbungsfotos für die Bewerbung, wobei ein Casting nicht mit einem vollständigen Fotoshooting gleichzusetzen ist.

Ankunft, Begrüßung und Ausweiskontrolle

Nach deiner Ankunft solltest du zunächst erfahren, wer anwesend ist und welche Aufgaben die einzelnen Personen übernehmen. Bei jedem Casting sind mindestens drei Personen vor Ort. Deine Begleitperson kann ebenfalls dabeibleiben und muss nicht außerhalb des Studios warten.

Anschließend wird dein Ausweisdokument geprüft. Die Kontrolle dient dazu, Identität und Volljährigkeit festzustellen. Akzeptiert werden Personalausweis oder Reisepass, während ein Führerschein nicht genügt.

Die Räumlichkeiten sollten dem angekündigten Zweck entsprechen. Ein Casting wird nur in einem Studio oder einer gebuchten Location durchgeführt. Dir stehen außerdem eine eigene Dusche und ein Rückzugsraum zur Verfügung, damit du dich umziehen, sammeln oder vorübergehend zurückziehen kannst.

Zu Beginn sollte der geplante Castingtermin Ablauf noch einmal verständlich erklärt werden. Dazu gehören die Reihenfolge der Gespräche, mögliche Aufnahmen und das voraussichtliche Ende. Änderungen dürfen nicht einfach vorausgesetzt werden, sondern müssen mit dir besprochen werden.

Gespräch über Ziele, Erfahrungen und Grenzen

Im persönlichen Gespräch geht es zunächst darum, welche Art von Tätigkeit du suchst. Dabei kann zwischen Fotoproduktionen, Videoproduktionen, Eventbegleitung ohne sexuelle Handlungen und anderen passenden Formaten unterschieden werden. Auch Fragen zu Verfügbarkeit, Anreise, Sichtbarkeit und gewünschter Anonymität können angesprochen werden.

Ein zentraler Bestandteil ist die Ja-Nein-Vielleicht-Liste mit 87 Drehinhalten aus dem ausführlichen Bewerbungsformular. Deine Angaben werden nicht als unverbindliche Wünsche behandelt, sondern sind später Bestandteil des Vertrags. Was du ausgeschlossen hast, darf weder beim Casting noch bei einer Produktion verlangt werden, auch nicht gegen einen finanziellen Aufschlag.

Bei Punkten, die du mit „Vielleicht“ markiert hast, ist eine erneute, konkrete Abstimmung erforderlich. Ein „Vielleicht“ ist kein vorweggenommenes Einverständnis. Du kannst deine Entscheidung in Ruhe treffen und musst sie nicht während des Termins begründen.

Du darfst außerdem klären, ob du mit Maske arbeiten möchtest oder dein Gesicht sichtbar sein soll. Für Setkarten gibt es drei Sichtbarkeitsstufen; weitere Bilder können verschleiert und Kontaktdaten bis zur Freischaltung gesperrt bleiben. Informationen zu einem zurückhaltenden Auftritt bietet der Ratgeber zum anonymen Arbeiten.

Probeaufnahmen nur nach ausdrücklicher Zustimmung

Probeaufnahmen können dazu dienen, deine Haltung, Mimik, Bewegungsabläufe oder Wirkung vor der Kamera einzuschätzen. Sie sind jedoch kein zwingender Bestandteil jedes Castings. Vor einer Aufnahme muss verständlich geklärt werden, was aufgenommen wird und wofür das Material verwendet werden soll.

Deine Zustimmung muss freiwillig erfolgen. Du kannst einzelne Aufnahmen ablehnen, Bedingungen festlegen oder eine bereits begonnene Sequenz stoppen. Aus deiner Teilnahme am Gespräch lässt sich keine automatische Zustimmung zu Fotos oder Videos ableiten.

Beim Casting finden keine sexuellen Handlungen statt. Aufforderungen, diese Regel angeblich für einen Eignungstest zu umgehen, sind mit dem beschriebenen Verfahren nicht vereinbar. Der Termin bleibt ein Kennenlernen mit möglicher, vorher abgestimmter Kameraerprobung.

Wenn dir eine Situation unangenehm wird, kannst du jederzeit eine Pause verlangen, deine Begleitperson hinzuziehen oder das Casting beenden. Eine Einwilligung kann nicht dadurch ersetzt werden, dass mehrere Personen Druck ausüben oder auf eine angeblich notwendige Branchenpraxis verweisen. Hinweise zum Erkennen problematischer Situationen enthält auch der Beitrag unseriöse Angebote erkennen.

Aufgenommene Daten werden nicht ohne deine Zustimmung im Einzelfall weitergegeben und auch nicht an andere Agenturen übermittelt. Möchtest du deine gespeicherten Daten löschen lassen, genügt eine formlose E-Mail; die Löschung erfolgt binnen sieben Tagen. Die Kommunikation findet per E-Mail statt, nicht per Briefversand.

Abschluss des Termins und weitere Schritte

Am Ende sollte zusammengefasst werden, welche Punkte besprochen und welche Aufnahmen angefertigt wurden. Du kannst offene Fragen stellen und dir erklären lassen, wie es nach dem Casting weitergeht. Eine sofortige Entscheidung oder Vertragsunterschrift muss nicht unter Zeitdruck erfolgen.

Falls später eine Produktion infrage kommt, werden Einsatz, Grenzen, Gage, Nutzungsrechte und organisatorische Bedingungen vorab vereinbart. Die Ja-Nein-Vielleicht-Liste bleibt dabei Vertragsbestandteil. Einen allgemeinen Überblick von der Anfrage bis zum Abschluss gibt die Seite zum Ablauf einer Vermittlung.

Für Fotoproduktionen liegen die Gagen bei 250 bis 600 Euro je Drehtag, für Videoproduktionen bei 400 bis 1.200 Euro je Drehtag. Eine Eventbegleitung ohne sexuelle Handlungen wird mit 200 bis 500 Euro je Tag vergütet. Diese Spannen sind keine Einkommensgarantie und sagen nichts darüber aus, ob oder wie häufig eine Buchung zustande kommt.

Kommt es zu einer Buchung, zahlen Darstellerinnen und Darsteller keine Vermittlungsprovision und es wird nichts von der Gage abgezogen. Die Produktion übernimmt die vereinbarte Vermittlungsprovision sowie Fahrtkosten und Verpflegung. Die Auszahlung der Gage erfolgt innerhalb von 14 Tagen per Überweisung mit Abrechnung, nicht in bar.

Für die Rückmeldung nach einem Casting ist keine feste Frist angegeben. Deshalb sollte am Ende des Termins geklärt werden, wann du mit einer Nachricht rechnen kannst. Auf eine Bewerbung erfolgt dagegen innerhalb von 48 Stunden eine Antwort, auch wenn es sich um eine Absage handelt.

Woran du einen sicheren Castingtermin erkennst

Ein seriöser Termin bleibt transparent und respektiert jede Entscheidung. Du weißt vorab, wohin du kommst, kannst eine Begleitung mitnehmen und wirst nicht zu Aufnahmen oder spontanen Änderungen gedrängt. Niemand verlangt eine Gebühr für Bewerbung, Gespräch, Casting, Vermittlung oder Vertragsprüfung.

  • Ort: Studio oder gebuchte Location, niemals eine Privatwohnung.
  • Anwesenheit: Mindestens drei Personen sind beim Casting vor Ort.
  • Begleitung: Eine Begleitperson ist ohne Voranmeldung erlaubt.
  • Ausweis: Gültiger Personalausweis oder Reisepass ist erforderlich.
  • Aufnahmen: Probeaufnahmen erfolgen nur nach deiner Zustimmung.
  • Handlungen: Beim Casting gibt es keine sexuellen Handlungen.
  • Grenzen: Deine Ja-Nein-Vielleicht-Liste wird verbindlich berücksichtigt.
  • Kosten: Der gesamte Bewerbungs- und Castingprozess ist für dich kostenlos.

Du kannst den Termin jederzeit abbrechen, wenn du dich unsicher fühlst oder Absprachen nicht eingehalten werden. Deine Zustimmung gilt nur für das, was konkret besprochen wurde, und darf jederzeit zurückgenommen werden. Sicherheit, nachvollziehbare Abläufe und freiwillige Entscheidungen haben Vorrang vor einer schnellen Besetzung.

Hinweis: Dieser Text ordnet allgemein ein und ersetzt keine Rechtsberatung.

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