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Lexikon · Rollen und Formate

Webserie

Eine Produktion aus mehreren Folgen mit fortlaufender Handlung, die über Wochen oder Monate erscheint und dich über mehrere Drehtage vertraglich bindet.

Eine Produktion, die aus mehreren Folgen mit fortlaufender Handlung besteht und in Abständen veröffentlicht wird, meist auf einer eigenen Plattform, einem Abo-Kanal oder bei einem Studio. Für Darstellerinnen und Darsteller ist die Webserie keine einzelne Buchung, sondern eine Verpflichtung über mehrere Drehtage, oft verteilt über Wochen oder Monate.

Gedreht wird in Blöcken

Die wenigsten Serien werden Folge für Folge produziert. Üblich sind Drehblöcke, in denen mehrere Folgen an aufeinanderfolgenden Tagen entstehen, gefolgt von einer Pause bis zum nächsten Block. Gedreht wird nach Ort und Verfügbarkeit, nicht nach Reihenfolge der Handlung. An einem Tag kann es sein, dass du Szenen aus der ersten und der sechsten Folge spielst.

Das stellt Anforderungen an die Continuity. Deine Figur muss über alle Folgen gleich aussehen, solange nichts anderes vorgesehen ist. Haarfarbe, Frisur, sichtbare Tattoos und starke Veränderungen im Aussehen sind deshalb zwischen den Blöcken oft vertraglich festgeschrieben. Lies nach, für welchen Zeitraum diese Bindung gilt.

Mehrere Drehtage, ein Vertrag

Meist wird ein Vertrag für die gesamte Staffel geschlossen, der alle geplanten Drehtage nennt. Vergütet wird pro Drehtag nach den üblichen Spannen, im Video 400 bis 1.200 Euro, ausgezahlt per Überweisung. Kläre, ob die Gage nach jedem Block oder am Ende der Staffel fällig wird; eine Auszahlung erst nach Abschluss aller Drehs bedeutet, dass du über Monate in Vorleistung gehst.

Wichtig ist auch die Frage, was passiert, wenn die Produktion nach einigen Folgen eingestellt wird. Werden bereits geplante Drehtage dann noch vergütet, ganz oder teilweise? Das gehört in den Vertrag, nicht in eine mündliche Zusage.

Exklusivität und Wiedererkennung

Serien leben von wiederkehrenden Figuren. Deshalb verlangen Produktionen häufiger als bei Einzeldrehs eine Form der Exklusivität: Du sollst während der Laufzeit nicht in vergleichbaren Formaten auftreten oder deinen Figurennamen nicht anderswo nutzen. Ein Exklusivvertrag schränkt deine übrigen Einnahmen ein und muss dafür entsprechend vergütet sein. Prüfe genau, welche Tätigkeiten ausgeschlossen sind und wie lange.

Durch die fortlaufende Veröffentlichung bleibt dein Gesicht über längere Zeit präsent. Wer auf Zurückhaltung angewiesen ist, sollte das einplanen. Bei einer längeren Serie ist das eine bewusste Entscheidung, keine Nebensache.

Ausstieg und Rechte am Material

Du kannst eine Serie nicht beliebig verlassen, ohne Vertragsfolgen zu riskieren, aber du behältst in jeder Szene dein Abbruchrecht. Kläre, wie ein Ausstieg aus wichtigem Grund geregelt ist und was mit bereits gedrehtem Material geschieht. Meist liegen die Rechte daran bei der Produktion, oft als Buyout für alle Folgen. Lass dir erklären, ob Zusammenschnitte, Staffelpakete oder spätere Neuveröffentlichungen eingeschlossen sind.

Vor der Unterschrift

Lass dir den Drehplan für die ganze Staffel geben, prüfe ihn gegen deine eigenen Termine und rechne nach, wie viele Tage du insgesamt gebunden bist. Frag auch, ob bereits eine Fortsetzung geplant ist und ob du dafür eine Option einräumen sollst. Was eine längere Bindung vertraglich bedeutet, erklärt der Beitrag zum Modelvertrag.

Offene Frage dazu?

Begriffe erklären das Was, nicht immer das Wie im eigenen Fall. Wenn du wissen willst, was das konkret für dich bedeutet, frag uns — daraus muss keine Bewerbung werden. Viele Antworten stehen schon bei den häufigen Fragen.

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