Lexikon · Produktion und Set
Continuity
Der sichtbare Anschluss zwischen Einstellungen: Frisur, Kleidung, Schmuck und Position müssen über getrennt gedrehte Aufnahmen hinweg zusammenpassen.
Continuity ist der Anschluss zwischen Einstellungen, die zwar hintereinander im fertigen Film erscheinen, aber getrennt und oft in ganz anderer Reihenfolge aufgenommen wurden. Alles, was in der erzählten Zeit gleich bleiben müsste, muss auch im Bild gleich bleiben — sonst entsteht ein sichtbarer Fehler.
Was zwischen zwei Aufnahmen unverändert bleibt
- Haare: Scheitel, Zopf, Strähne im Gesicht, offen oder zusammengebunden.
- Make-up: Farbe, Intensität, Glanz.
- Kleidung: welches Teil noch am Körper ist, wie es sitzt, welcher Knopf offen ist.
- Schmuck: Ohrringe, Ketten, Ringe, Piercings — auch wenn sie nur kurz zu sehen sind.
- Position: wo du stehst, in welche Richtung du blickst, welche Hand wo liegt.
- Gegenstände: Füllstand eines Glases, Lage einer Requisite auf dem Tisch.
Der Grund für scheinbar unsinnige Wiederholungen
Eine Szene wird selten in einem Stück gedreht. Üblich ist, dieselbe Handlung mehrfach aus verschiedenen Positionen aufzunehmen: einmal weit, einmal nah, einmal aus der Gegenrichtung. Zwischen diesen Durchgängen liegen Umbaupausen von zwanzig Minuten und mehr.
Wenn du in dieser Pause die Haare hinter das Ohr streichst, gehört dieselbe Strähne im nächsten Take plötzlich woandershin. Im Schnitt springt sie dann. Deshalb bittet dich jemand, in eine Position zurückzugehen, die schon vorbei schien, und deshalb wird eine Aufnahme wiederholt, die sich für dich gut angefühlt hat. Es geht nicht um deine Leistung, sondern um zwei Bilder, die zusammenpassen müssen.
Bei größeren Produktionen kümmert sich eine eigene Person darum und fotografiert nach jeder Einstellung den Zustand von Kostüm, Haaren und Set. Bei kleinen Teams macht das die Maske nebenbei — oder niemand, und dann liegt es an dir mitzudenken.
Warum ein Anschlussfehler Geld kostet
Fällt der Fehler beim Dreh auf, muss die Einstellung neu aufgebaut werden: Licht, Kamera, Ton, alle Beteiligten. Das kostet leicht eine Stunde. Fällt er erst im Schnitt auf, ist das Material entweder unbrauchbar oder es braucht einen Nachdreh — und der ist um ein Vielfaches teurer als die Stunde am Drehtag.
Deshalb ist der wichtigste Punkt: Ändere während eines laufenden Setups nichts eigenmächtig. Keine Haare umstecken, keinen Schmuck abnehmen, kein Kleidungsstück richten, ohne kurz Bescheid zu sagen. Wenn dich etwas stört, sag es — dann wird es dokumentiert und in allen Anschlüssen mitgezogen.
Praktisch am Drehtag
Nimm dir vor der ersten Aufnahme dreißig Sekunden und mache mit dem Blick eine Bestandsaufnahme: Was trage ich, wie liegt das Haar, was habe ich in der Hand. Beim Umbau merkst du dir deine Position an einem festen Punkt im Raum. Und wenn du unsicher bist, ob etwas verändert wurde, frag. Diese Frage kostet fünf Sekunden, der Nachdreh kostet einen halben Tag.
Offene Frage dazu?
Begriffe erklären das Was, nicht immer das Wie im eigenen Fall. Wenn du wissen willst, was das konkret für dich bedeutet, frag uns — daraus muss keine Bewerbung werden. Viele Antworten stehen schon bei den häufigen Fragen.