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Lexikon · Produktion und Set

Requisite

Jeder Gegenstand, der im Bild vorkommt oder in der Szene benutzt wird; gestellt wird er von der Produktion und nicht von den Darstellern.

Requisiten sind alle Gegenstände, die in einer Szene sichtbar sind oder benutzt werden: Möbel und Dekoration im Hintergrund, Gläser, Telefone, Kleidungsstücke als Spielobjekt, und in Erotikproduktionen auch körpernahe Gegenstände wie Spielzeug, Fesselmaterial oder Kostümteile. Die Produktion beschafft, prüft und verwaltet sie.

Die Beschaffung ist Sache der Produktion

Du bringst keine Requisiten mit und du kaufst keine. Das ist keine Nettigkeit, sondern eine Zuständigkeitsfrage: Die Produktion haftet für das, was am Set eingesetzt wird, und sie trägt die Kosten. Eine Anfrage, du mögest doch bestimmte Gegenstände selbst mitbringen oder anschaffen, ist branchenunüblich und bei Bewerbern grundsätzlich ein Warnzeichen — Kosten entstehen dir durch eine seriöse Vermittlung nicht.

Eine Ausnahme sind persönliche Dinge, die du bewusst selbst stellst, etwa eigene Schuhe oder eigene Wäsche. Auch das wird vorher abgesprochen und im Zweifel vergütet oder ersetzt, wenn dabei etwas beschädigt wird.

Hygiene bei körpernahen Requisiten

Bei allem, was mit Haut oder Schleimhaut in Kontakt kommt, gelten strengere Regeln als bei einer Vase im Hintergrund. Prüfbar sind sie an vier Punkten:

  • Material: Gegenstände aus porösem Material lassen sich nicht sicher reinigen. Verwendet wird, was sich desinfizieren lässt.
  • Aufbereitung vor der Szene: gereinigt, desinfiziert, sichtbar frisch verpackt oder erkennbar neu.
  • Kein Wechsel zwischen Personen ohne Aufbereitung: Wird ein Gegenstand von mehreren benutzt, wird er dazwischen aufbereitet oder ausgetauscht.
  • Barrieren: Wo Kondome oder Einmalbezüge einsetzbar sind, werden sie eingesetzt. Beim vaginalen und analen Geschlechtsverkehr ist das Kondom bei uns ausnahmslos Pflicht.

Du darfst danach fragen, und zwar direkt und vor der Aufnahme. Eine Produktion, die auf diese Frage genervt reagiert, hat das eigentliche Problem. Mehr zu den gesundheitlichen Regeln am Drehtag steht im Beitrag Gesundheit am Set.

Requisiten gehören in die Grenzenliste

Welche Gegenstände eingesetzt werden, ist keine reine Ausstattungsfrage, sondern Teil dessen, wozu du zustimmst. Deshalb gehören sie namentlich in deine Ja-Nein-Vielleicht-Liste: Was du grundsätzlich ablehnst, was unter Bedingungen geht, was unproblematisch ist.

Diese Liste ist Vertragsbestandteil. Taucht am Drehtag ein Gegenstand auf, der nicht besprochen war, ist das eine neue Situation und keine Kleinigkeit im Ablauf. Zustimmung zu einer Szene ist keine Zustimmung zu jedem Gegenstand darin — dieser Unterschied ist der Kern von Consent.

Am Set konkret

Schau dir zu Beginn an, was bereitliegt, und sprich Unklarheiten sofort an. Zwei Minuten am Requisitentisch ersparen dir die Überraschung mitten in der Szene. Verändere anschließend während eines laufenden Setups nichts an der Position der Gegenstände, sonst reißt der Anschluss, siehe Continuity.

Wird dir während einer Aufnahme ein Gegenstand gereicht, den du nicht kennst, darfst du innehalten und fragen. Das ist kein Regelverstoß, sondern der Normalfall bei körpernahen Requisiten.

Offene Frage dazu?

Begriffe erklären das Was, nicht immer das Wie im eigenen Fall. Wenn du wissen willst, was das konkret für dich bedeutet, frag uns — daraus muss keine Bewerbung werden. Viele Antworten stehen schon bei den häufigen Fragen.

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