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Lexikon · Sicherheit und Consent

Vorkasse

Eine Zahlung, die vor einer Gegenleistung verlangt wird und bei Castings fast immer darauf hinweist, dass das Angebot unseriös ist.

Vorkasse ist eine Zahlung, die geleistet werden soll, bevor die versprochene Gegenleistung erbracht wird. Im Zusammenhang mit Castings bedeutet das: Du sollst Geld überweisen, bevor du einen einzigen Drehtag bekommen hast. In der Vermittlung erwachsener Darsteller ist das eines der verlässlichsten Warnzeichen für ein unseriöses Angebot.

Wofür angeblich gezahlt werden soll

Die Bezeichnungen wechseln, das Prinzip bleibt gleich. Typisch sind:

  • eine Aufnahmegebühr für die Kartei oder Datenbank
  • ein Pflichtshooting für die Sedcard beim hauseigenen Fotografen
  • eine Bearbeitungs-, Prüf- oder Verwaltungsgebühr
  • Kosten für Gesundheitstests vor dem ersten Termin
  • ein Vorschuss auf Reisekosten, der später angeblich verrechnet wird
  • eine Vermittlungsgebühr, die „nur einmal“ anfällt

Manchmal wird die Zahlung auch geschickter verpackt, etwa als Kaution, die nach dem ersten Dreh zurückgezahlt werden soll. Dieser erste Dreh kommt dann nicht.

Auch der Zahlungsweg verrät viel. Unseriöse Anbieter verlangen gern Gutscheinkarten, Kryptowährungen, Bargeldtransferdienste oder Überweisungen auf Privatkonten im Ausland, also Wege, auf denen sich Geld kaum zurückholen lässt. Eine seriöse Firma hätte keinen Grund, Gutscheincodes zu verlangen.

Wie das Geld in der Branche tatsächlich fließt

Bei einer seriösen Vermittlung bezahlt die Produktion die Agentur, nicht der Bewerber. Die Agentur verdient, wenn sie dich erfolgreich vermittelt, und hat deshalb kein Interesse an Gebühren von Menschen, die nie gebucht werden. Für Bewerber sind Bewerbung, Setkarte und Vermittlung kostenlos. Auch die Tests vor dem Dreh bezahlt die Produktion. Wie die Zahlungsströme im Einzelnen aussehen, erklärt der Beitrag Wer wen bezahlt, die Abgrenzung zur üblichen Vermittlungsprovision steht im eigenen Eintrag.

Eine Gegenrechnung ist einfach: Ein Anbieter, der an Bewerbern verdient, braucht möglichst viele Bewerber und möglichst wenig Buchungen. Ein Anbieter, der an Buchungen verdient, braucht Menschen, die Produktionen tatsächlich besetzen können. Bei unseren Buchungen fließt das Geld deshalb nur in eine Richtung: Die Gage wird innerhalb von 14 Tagen per Überweisung an dich ausgezahlt, nie bar.

Abgrenzung zu eigenen Ausgaben

Nicht jede Ausgabe rund um die Bewerbung ist verdächtig. Wenn du selbst entscheidest, bei einem Fotografen deiner Wahl Bilder machen zu lassen, ist das eine eigene Investition. Verdächtig wird es, wenn ein Anbieter die Ausgabe vorschreibt, den Dienstleister bestimmt und die Bewerbung davon abhängig macht. Für die meisten Bewerbungen reichen ohnehin aktuelle, unbearbeitete Fotos aus dem eigenen Telefon.

Wenn du bereits gezahlt hast

Zahle nichts nach, auch wenn weitere Gebühren als letzte Hürde dargestellt werden. Sichere Überweisungsbelege, Nachrichten, Webseiten und Kontaktdaten. Melde dich bei deiner Bank, um zu klären, ob sich die Zahlung noch zurückholen lässt. Eine Anzeige wegen Betrugsverdachts ist bei der Polizei möglich, auch über die Onlinewachen der Länder. Weitere Erkennungsmerkmale sammelt der Beitrag Unseriöse Angebote erkennen.

Als Faustregel für jede Anfrage gilt: Wer für den Zugang zu Arbeit Geld von dir will, verkauft dir nicht Arbeit, sondern Hoffnung.

Offene Frage dazu?

Begriffe erklären das Was, nicht immer das Wie im eigenen Fall. Wenn du wissen willst, was das konkret für dich bedeutet, frag uns — daraus muss keine Bewerbung werden. Viele Antworten stehen schon bei den häufigen Fragen.

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