Lexikon · Produktion und Set
Stand-in
Ein Stand-in ist eine Ersatzperson, die beim Einrichten von Licht und Kamera die Position eines Darstellers einnimmt, damit dieser in der Zeit nicht warten muss.
Ein Stand-in ist eine Person, die beim Einrichten einer Einstellung an der Stelle eines Darstellers steht oder sitzt, während Licht, Kameraposition und Schärfe eingestellt werden. Sie hat in etwa dieselbe Größe, Statur und oft eine ähnliche Haut- und Haarfarbe, damit das Licht später auf den eigentlichen Darsteller passt. Gefilmt wird mit ihr nicht.
Wozu Stand-ins da sind
Das Einrichten einer Einstellung kann dauern. Die Beleuchtung wird gesetzt, korrigiert und noch einmal korrigiert, die Kamera sucht den passenden Ausschnitt. In dieser Zeit muss jemand an der Position sein, an der später gespielt wird, sonst lässt sich nicht beurteilen, wie Licht und Schatten auf einem Körper fallen.
Ohne Stand-in übernimmst du diese Aufgabe selbst. Das ist bei kleinen Produktionen der Normalfall und völlig üblich. Der Unterschied: Mit Stand-in kannst du die Zeit in der Maske, in der Garderobe oder einfach in Ruhe verbringen und kommst erst ans Set, wenn alles bereit ist. Bei langen Drehtagen spart das Kraft und Konzentration.
Was ein Stand-in nicht ist
Ein Stand-in ist kein Double. Ein Double ersetzt den Darsteller im fertigen Bild, etwa bei gefährlichen Stunts oder bei Detailaufnahmen. Ein Stand-in erscheint im fertigen Material nicht, die Aufnahmen beim Einrichten sind reine Testbilder.
Vor allem übernimmt ein Stand-in keine intimen Szenen und keine Proben intimer Abläufe. Er steht bekleidet an der Markierung, nimmt eine Grundhaltung ein und folgt den Anweisungen des Lichts. Positionen, die Körperkontakt mit anderen Darstellern voraussetzen, werden höchstens angedeutet, mit Abstand und ohne Berührung. Wer am Set erlebt, dass ein Stand-in darüber hinaus eingesetzt werden soll, sollte das ansprechen. Für die Abstimmung intimer Abläufe gibt es eine eigene Rolle, den Intimacy Coordinator.
Wenn du selbst als Stand-in gebucht wirst
Gelegentlich werden Einsteiger als Stand-in angefragt, weil sie die Statur einer gebuchten Darstellerin oder eines Darstellers haben. Das kann ein sinnvoller Weg sein, ein Set kennenzulernen, ohne vor der Kamera zu stehen. Wichtig ist, dass die Aufgabe klar beschrieben ist: Stand-in beim Einrichten, bekleidet, keine Aufnahmen für die Veröffentlichung.
Auch als Stand-in arbeitest du einen ganzen Tag und solltest dafür bezahlt werden. Die Vergütung liegt üblicherweise deutlich unter einer Darstellergage, gehört aber genauso schriftlich vereinbart wie Arbeitszeit und Spesen. Lass im Vertrag ausdrücklich festhalten, dass keine Aufnahmen von dir veröffentlicht werden.
Worauf du achtest
- Bitte darum, dass Testaufnahmen beim Einleuchten nicht gespeichert oder nach dem Dreh gelöscht werden, wenn sie dich zeigen.
- Kläre, ob du als Stand-in auch in Unterwäsche oder Badekleidung stehen sollst, und entscheide vorher, ob das für dich passt.
- Frag, wer die Anweisungen gibt, damit du nicht zwischen mehreren Personen stehst.
Welche Aufgaben am Set sonst verteilt werden, beschreibt der Beitrag Wer am Set arbeitet und wofür.
Offene Frage dazu?
Begriffe erklären das Was, nicht immer das Wie im eigenen Fall. Wenn du wissen willst, was das konkret für dich bedeutet, frag uns — daraus muss keine Bewerbung werden. Viele Antworten stehen schon bei den häufigen Fragen.