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Lexikon · Produktion und Set

Garderobe

Garderobe meint am Set zweierlei: die Kleidung, die vor der Kamera getragen wird, und den Raum, in dem sich Darsteller umziehen und zurückziehen können.

Garderobe bezeichnet am Set sowohl die Kleidung, die Darsteller in einer Szene tragen, als auch den Raum, in dem sie sich umziehen, ihre Sachen ablegen und Pausen verbringen. Beide Bedeutungen sind für deinen Arbeitstag wichtig, und beide sollten vorher geklärt sein.

Die Kleidung: wer was stellt

Bei größeren Produktionen gibt es eine Person, die sich ausschließlich um Kostüme kümmert. Sie stellt Outfits zusammen, hält Ersatz bereit und sorgt dafür, dass Kleidung über mehrere Einstellungen gleich aussieht. Bei kleineren Produktionen wirst du gebeten, eigene Kleidung mitzubringen, oft in mehreren Varianten zur Auswahl.

Bringst du eigene Sachen mit, frag vorab genau nach: Welche Farben und Schnitte, wie viele Wechsel, welche Schuhe? Vermeide auffällige Logos und Markennamen, die im Bild ein Problem sein können. Und überlege, ob du Kleidung verwenden möchtest, die dich im Alltag erkennbar macht. Ein markantes Kleidungsstück kann Bekannten mehr verraten als ein Gesicht. Was sonst noch in die Tasche gehört, listet die Checkliste für den Dreh.

Kosten und Verschleiß

Kleidung kann am Set beschädigt oder verschmutzt werden. Stellt die Produktion die Garderobe, ist das ihr Risiko. Bringst du eigene Sachen mit, sollte vorher feststehen, ob Schäden ersetzt werden und ob Neuanschaffungen, die eigens für den Dreh gekauft werden, erstattet werden. Das lässt sich als Teil der Spesen oder als eigener Posten regeln. Ohne Absprache bleibst du meist auf den Kosten sitzen.

Für die Steuer gilt: Kleidung, die du privat tragen kannst, wird in der Regel nicht als berufliche Ausgabe anerkannt, reine Bühnen- oder Arbeitskleidung eher. Wie das im Einzelfall aussieht, klärst du am besten mit einer steuerlichen Beratung.

Der Raum: Umkleide und Rückzug

Ein separater Raum zum Umziehen gehört zu jedem seriösen Set. Er sollte abschließbar oder zumindest klar abgegrenzt sein, eine Sitzgelegenheit, einen Spiegel und Platz für deine Sachen bieten. Hier wird nicht gefilmt und nicht fotografiert, auch nicht für Behind-the-Scenes-Material, sofern du dem nicht ausdrücklich zugestimmt hast.

Oft teilt sich die Garderobe den Raum mit der Maske. Das ist üblich, solange du dich ungestört umziehen kannst. Ein Bademantel oder eine Decke für die Wege zwischen Garderobe und Set wird bei guten Produktionen bereitgelegt, ein eigener ist trotzdem sinnvoll.

Anschluss zwischen Einstellungen

Wenn eine Szene in mehreren Einstellungen gedreht wird, muss die Kleidung jedes Mal gleich sitzen: dieselben Knöpfe offen, dieselbe Haarspange, dasselbe Schmuckstück. Darauf achtet die Continuity. Leg zwischen zwei Einstellungen nichts eigenmächtig ab, ohne Bescheid zu sagen.

Frag beim Ankommen, wo deine Garderobe ist und wer außer dir Zugang hat. Wertsachen und dein Handy gehören dorthin, nicht ans Set. Teilst du den Raum mit anderen Darstellern, verabredet kurz, wann wer sich umzieht. Und nimm am Ende des Tages alles mit: Eigene Kleidung, die vergessen wird, landet oft in einer Kiste der Produktion und taucht später in einem anderen Dreh wieder auf.

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