
Vier Dinge entscheiden darüber, ob dein Drehtag überhaupt anfängt: ein gültiger Personalausweis oder Reisepass, ein aktuelles Testergebnis, deine unterschriebene Grenzenliste und die Bankverbindung für die Abrechnung. Fehlt eines davon, wird nicht gedreht, und daran ändert auch guter Wille nichts. Alles Weitere in deiner Tasche macht den Tag angenehmer, aber nicht möglich. Diese Checkliste ist genau in dieser Reihenfolge sortiert: erst das, was Pflicht ist, dann das, was hilft, und zuletzt das, was du zu Hause lässt, weil die Produktion es stellt. Wer sie einmal durchgeht, muss am Morgen des Drehtags nicht mehr nachdenken.
Die vier Dinge, ohne die nicht gedreht wird
Diese Punkte sind keine Empfehlung, sondern die Voraussetzung dafür, dass eine Produktion legal arbeiten und dich bezahlen kann.
- Gültiger Personalausweis oder Reisepass. Das Original, nicht die Kopie und nicht das Foto auf dem Handy. Ein Führerschein genügt nicht: Er ist als Altersnachweis für die gesetzlich vorgeschriebene Dokumentation nicht vorgesehen. Prüfe das Ablaufdatum, bevor du losfährst. Ein abgelaufener Ausweis ist der häufigste vermeidbare Grund, warum ein Drehtag platzt.
- Aktuelles STI-Testergebnis. Ausgedruckt oder als Datei, die du auch ohne Netz öffnen kannst. Üblich ist ein Panel, das am Drehtag nicht älter als 14 bis 30 Tage ist. Welche Frist gilt, steht in der Buchungsbestätigung, und die Kosten trägt die Produktion. Rechne das Datum vorher nach, statt darauf zu hoffen, dass es noch reicht.
- Unterschriebene Grenzenliste. Deine Ja-Nein-Vielleicht-Liste ist Vertragsbestandteil und kein Beiblatt. Bring sie mit, auch wenn du sie vorab geschickt hast. Am Set ist sie das Papier, auf das du zeigen kannst, wenn eine Absprache anders erinnert wird, als du sie getroffen hast.
- Bankverbindung. IBAN und Kontoinhaber, aufgeschrieben statt aus dem Kopf. Bezahlt wird per Überweisung innerhalb von 14 Tagen gegen Abrechnung, nicht in Bargeld am Set. Wer selbständig abrechnet, bringt Steuernummer und Rechnungsadresse gleich mit, dann ist die Rechnung am Abend geschrieben.
Wie die Abrechnung im Einzelnen läuft und was von der Gage übrig bleibt, steht auf der Seite zum Verdienst. Für die Tasche reicht die Kontonummer.
Was den Tag deutlich angenehmer macht
Ein Drehtag dauert mit Anreise, Vorbereitung und Wartezeit oft zehn bis zwölf Stunden, und der größere Teil davon ist Warten. Die folgende Liste ist für das Warten gepackt, nicht für die Kamera.
- Eigene Pflegeprodukte. Duschgel, Deo, Zahnbürste, Bürste, Haargummis, Lippenpflege. Am Set steht meist etwas bereit, aber selten das, was deine Haut kennt.
- Ein zweites Handtuch. Handtücher stellt die Produktion. Eines, das nur dir gehört und im Rucksack bleibt, ist trotzdem eine der Kleinigkeiten, die einen langen Tag erträglicher machen.
- Bequeme Kleidung für die Wartezeit. Weites Oberteil, weite Hose, Socken. Enge Bündchen hinterlassen Abdrücke auf der Haut, und die sind unter Studiolicht deutlich zu sehen.
- Hausschuhe oder dicke Socken. Studios sind entweder zu kühl oder zu warm, und Böden, über die Kabel laufen, sind selten sauber.
- Ladegerät und Powerbank. Die Steckdosen am Set sind mit Technik belegt, und dein Handy ist nach acht Stunden Wartezeit leer.
- Verpflegung und Wasser. Essen wird gestellt, aber nicht in deinem Rhythmus. Riegel, Obst, Nüsse und eine eigene Flasche machen dich unabhängig von der Pausenplanung.
- Eigene Kosmetik bei empfindlicher Haut. Wenn du auf bestimmte Produkte reagierst, bring deine mit und sag es in der Maske, bevor sie anfängt, nicht danach.
- Etwas zum Zeitvertreib. Kopfhörer, ein Buch, Kartenspiel. Unterschätze nicht, wie lange man am Set sitzt, ohne gebraucht zu werden.
Was du zu Hause lassen kannst
Kostüme, Dessous für die Szene, Requisiten, Bettwäsche, Kondome und Gleitmittel bringt die Produktion mit. Das ist keine Höflichkeit, sondern Arbeitsteilung: Was vor der Kamera zu sehen ist, muss zum Konzept passen, zur Lichtsetzung und zu den anderen Beteiligten. Wenn du etwas mitbringen sollst, steht es in der Buchungsbestätigung.
Bei Kondomen ist die Sache eindeutig. Sie sind bei vaginalem und analem Geschlechtsverkehr Pflicht, ausnahmslos und unabhängig von vorgelegten Tests, und die Produktion stellt sie in ausreichender Menge und in verschiedenen Größen. Welche Schutzregeln darüber hinaus gelten, steht unter Sicherheit am Set.
Ebenfalls nicht mitzubringen: Alkohol. Und Begleitpersonen nur nach Absprache. Beim Casting darf eine Vertrauensperson ohne Voranmeldung mitkommen, am Drehtag ist das eine Frage der Örtlichkeit und der Diskretion aller Beteiligten. Frag vorher, dann steht niemand vor verschlossener Tür.
Der Notizzettel, der Diskussionen beendet
Schreib die Eckdaten der Buchung auf ein Blatt Papier und steck es in die Tasche: Gage, geplante Drehzeit, was gedreht wird, mit wem, welche Nutzungsrechte vereinbart sind, wer deine Ansprechperson ist und welches Wort den Dreh sofort anhält.
Der Zettel klingt übertrieben, bis du ihn brauchst. Am Set liegt dein Handy in der Umkleide, du bist unter Licht, halb abgeschminkt, und jemand sagt einen Satz, der von der Absprache abweicht. Dann ist es leichter, auf eine Zeile zu zeigen, als aus dem Gedächtnis zu argumentieren.
Wenn dir beim Aufschreiben auffällt, dass du einen Punkt nicht ausfüllen kannst, hast du die eigentliche Erkenntnis des Tages schon vor der Abfahrt: Da fehlt eine Absprache. Ruf an, bevor du losfährst.
Wann du packst
Am Vorabend, nicht am Morgen. Drehtage beginnen früh, und was man um sechs Uhr in fünf Minuten zusammensucht, ist die Hälfte von dem, was man braucht. Leg Ausweis, Testergebnis, Grenzenliste und Notizzettel obenauf, damit du sie beim Anmelden nicht aus der Tasche schütteln musst.
Praktisch bewährt hat sich, alles in zwei Beutel zu teilen: Papiere und Wertsachen in einen kleinen, der bei dir bleibt, alles andere in den großen, der in der Umkleide steht. Wie der Tag danach abläuft, kannst du in unserem Bericht über einen kompletten Drehtag nachlesen.
Wenn trotzdem etwas fehlt
Sag es sofort und bei der Produktionsleitung, nicht erst, wenn danach gefragt wird. Manches lässt sich lösen: Pflegeprodukte, Kleidung, Verpflegung, ein Ladekabel bekommt man am Set organisiert.
Zwei Dinge lassen sich nicht lösen. Ohne gültiges Ausweisdokument wird nicht gedreht, weil die Dokumentationspflicht sonst nicht erfüllt ist. Und ein abgelaufener Test bedeutet im besten Fall eine Verschiebung, im schlechteren einen abgesagten Drehtag für alle Beteiligten. Beides ärgert, aber beides ist eine Frage von zwei Minuten Vorbereitung.
Genau darum lohnt die Liste. Der Weg von der Bewerbung bis zum Vertrag ist gut planbar, und der Drehtag selbst wird umso ruhiger, je weniger du an ihm improvisieren musst.
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