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Lexikon · Produktion und Set

Shotlist

Die Shotlist ist die geordnete Liste aller Einstellungen, die an einem Drehtag aufgenommen werden sollen, mit Bildausschnitt, Inhalt und meist der geplanten Reihenfolge.

Eine Shotlist ist die Arbeitsliste der Regie und Kamera: Sie führt jede geplante Einstellung eines Drehtags einzeln auf, mit Nummer, Bildgröße, Kameraperspektive, beteiligten Personen und einer knappen Beschreibung dessen, was zu sehen sein soll. Sie übersetzt Handlung in konkrete Aufnahmen.

Wie sich die Shotlist vom Drehbuch unterscheidet

Das Drehbuch beschreibt, was passiert: Ort, Figuren, Ablauf, eventuell Dialog. Die Shotlist beschreibt, wie das gefilmt wird. Aus einem Satz im Drehbuch können fünf oder zehn Positionen auf der Shotlist werden. Bei kleinen Produktionen ohne Drehbuch ist die Shotlist oft das einzige schriftliche Dokument zum Inhalt des Tages.

Eine typische Zeile enthält die Nummer der Einstellung, die Bildgröße, die Kameraposition, die Personen im Bild und eine Anmerkung, etwa zu Licht oder Requisite. Manche Listen vermerken auch, ob eine Einstellung zusätzlich als Standfoto genutzt wird.

Warum sie für Darsteller wichtig ist

Die Shotlist ist das genaueste Bild davon, was am Drehtag von dir erwartet wird. Allgemeine Absprachen im Vorgespräch klingen oft harmloser als die konkrete Liste. Erst dort siehst du, ob eine Szene mit Nahaufnahmen geplant ist, ob dein Gesicht in bestimmten Momenten im Bild sein soll und wie viele Wiederholungen aus verschiedenen Winkeln vorgesehen sind.

Deshalb ist sie das richtige Dokument, um deine Grenzen abzugleichen. Lege sie neben deine Liste und markiere alles, was du nicht oder nur unter Bedingungen machen möchtest. Wie diese Liste aufgebaut wird, beschreibt der Beitrag Deine Grenzen zuerst.

Verbindlichkeit und Änderungen

Eine Shotlist ist ein Plan, kein Vertrag. Am Set werden Einstellungen gestrichen, getauscht oder ergänzt, weil Zeit fehlt oder etwas im Bild nicht funktioniert. Streichungen sind für dich unproblematisch. Ergänzungen sind es nicht immer: Eine neue Einstellung mit anderem Inhalt ist eine Änderung der Vereinbarung und braucht deine Zustimmung, auch wenn sie nur als kurze Zusatzaufnahme angekündigt wird.

Wird mitten am Drehtag über zusätzliche Inhalte gesprochen, ist das eine Nachverhandlung. Du musst ihr nicht zustimmen, und ein Nein darf keine Folgen für die vereinbarte Gage haben.

So gehst du mit der Shotlist um

  • Anfordern: Bitte bei Videoproduktionen vor dem Drehtag darum. Wer keine hat, kann die geplanten Szenen zumindest stichpunktartig aufschreiben.
  • Abgleichen: Prüfe Inhalt, Bildgröße und Erkennbarkeit gegen Vertrag und Grenzen.
  • Nachfragen: Unklare Abkürzungen erklärt dir die Regie. Eine Frage zur Liste ist kein Zeichen von Unerfahrenheit.
  • Aufbewahren: Speichere die Fassung, die du bekommen hast. Sie hilft, wenn später strittig ist, was vereinbart war.

Eine Produktion, die sich weigert, den Inhalt des Tages vorab schriftlich zu benennen, verschenkt Vertrauen. Für dich ist das ein Grund, genauer hinzusehen. Umgekehrt zeigt eine sorgfältige Shotlist, dass die Regie den Tag durchdacht hat und Zeitdruck am Set eher die Ausnahme bleibt. Das kommt allen zugute, die vor der Kamera stehen.

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