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Lexikon · Produktion und Set

Set-Etikette

Set-Etikette umfasst die ungeschriebenen und geschriebenen Verhaltensregeln am Drehort, die Respekt, Konzentration und Sicherheit für alle Beteiligten sichern.

Set-Etikette ist die Gesamtheit der Umgangsregeln am Drehort: wie man miteinander spricht, wer wann wo stehen darf, wie mit Handys, Pausen und Kritik umgegangen wird. Sie gilt für alle Personen am Set, für Darsteller ebenso wie für Regie, Technik und Produktion.

Was von dir erwartet wird

  • Pünktlichkeit: Wer zu spät kommt, verschiebt den Tag für alle. Ist eine Verspätung absehbar, melde dich sofort bei der Ansprechperson auf dem Call Sheet.
  • Vorbereitung: Gelesene Unterlagen, die mitzubringenden Dinge dabei, ausgeschlafen und nüchtern.
  • Erreichbarkeit: Während des Drehs in der Nähe bleiben, damit niemand suchen muss. Abmelden, wenn du kurz den Raum verlässt.
  • Ruhe bei Aufnahme: Während die Kamera läuft, wird nicht gesprochen, außer es gehört zur Szene oder du brichst ab.

Was du erwarten darfst

Etikette ist keine Einbahnstraße. Du darfst erwarten, dass du allen Anwesenden vorgestellt wirst und weißt, welche Aufgabe jede Person hat. Dass Anweisungen klar und sachlich formuliert werden. Dass Kommentare über deinen Körper unterbleiben, die nicht der Arbeit dienen. Und dass zwischen den Takes die gleichen Umgangsformen gelten wie an jedem anderen Arbeitsplatz.

Dazu gehört auch, dass vor jeder Änderung gefragt wird. Wer Abläufe ändert, ohne das anzusprechen, verstößt nicht nur gegen gute Sitten, sondern gegen das Prinzip des Consent.

Handys und private Aufnahmen

Die wichtigste Regel betrifft Kameras außerhalb der Produktion. Private Fotos und Videos am Set sind tabu, für das Team ebenso wie für Darsteller. Auch ein harmlos wirkendes Selfie in der Pause kann andere Personen im Hintergrund zeigen, die anonym bleiben wollen, oder Rückschlüsse auf den Drehort ermöglichen.

Möchtest du Material für deine eigenen Kanäle, sprich das vorher mit der Produktion ab. Häufig gibt es dafür eigens freigegebenes Behind-the-Scenes-Material, das alle Beteiligten vorher abgesegnet haben.

Diskretion nach dem Dreh

Was am Set passiert, bleibt dort. Namen anderer Darsteller, ihre bürgerlichen Identitäten, Details zum Ablauf oder zum Drehort werden nicht weitererzählt. Das ist nicht nur eine Frage der Höflichkeit, sondern oft auch vertraglich geregelt. Gerade in einer Branche, in der viele unter Künstlernamen arbeiten, ist diese Zurückhaltung ein Schutz für alle.

Wenn die Etikette gebrochen wird

Kleine Unhöflichkeiten lassen sich oft direkt klären. Bei grenzverletzendem Verhalten, Druck oder abfälligen Bemerkungen wende dich an die benannte Ansprechperson, die nicht Regie führt. Hilft das nicht, gibt es einen Beschwerdeweg über die Agentur. Welche Regeln bei unseren Buchungen gelten, steht auf der Seite Sicherheit.

Ein Set mit guter Etikette erkennst du daran, dass Fragen jederzeit möglich sind und nicht als Störung behandelt werden. Neue Darsteller werden eingewiesen, statt ins kalte Wasser geworfen zu werden, und Fehler werden ohne Häme korrigiert. Wer am ersten Drehtag unsicher ist, darf das sagen. Erfahrene Teams rechnen damit und planen etwas mehr Zeit ein.

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