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Lexikon · Vertrag und Recht

Takedown

Die Entfernung eines Inhalts von einer Website oder Plattform, nachdem ein Berechtigter den Betreiber auf eine Rechtsverletzung hingewiesen hat.

Ein Takedown ist die Entfernung eines Inhalts von einer Website oder Plattform, nachdem ein Berechtigter den Betreiber auf eine Rechtsverletzung hingewiesen hat. In der Erotikbranche geht es dabei meist um geleakte Szenen, Raubkopien bezahlter Inhalte oder Aufnahmen, die ohne Einwilligung veröffentlicht wurden.

Warum Plattformen reagieren müssen

Anbieter, die fremde Inhalte speichern, haften in der EU nicht automatisch für jeden Upload. Sie müssen aber tätig werden, sobald sie von einem rechtswidrigen Inhalt Kenntnis erhalten. Das europäische Gesetz über digitale Dienste, der Digital Services Act, verpflichtet Hostinganbieter zudem, leicht zugängliche Meldewege bereitzuhalten und Meldungen zu bearbeiten. Ein Takedown ist deshalb kein Gefallen, sondern ein geregeltes Verfahren.

Wer eine Meldung einreichen kann

Hier liegt der Punkt, der Darstellerinnen und Darsteller am häufigsten überrascht. Bei einer Raubkopie einer professionellen Szene liegen die urheberrechtlichen Rechte in der Regel bei der Produktion, weil du sie ihr vertraglich eingeräumt hast. Die stärkste Meldung kommt dann von ihr. Seriöse Produktionen verfolgen Kopien ihres Materials selbst oder über beauftragte Dienstleister.

Unabhängig davon kannst du dich auf dein Recht am eigenen Bild und dein Persönlichkeitsrecht stützen, vor allem wenn Material gar nicht hätte veröffentlicht werden dürfen. Für eigene Inhalte, etwa von deiner Fanplattform, bist du ohnehin selbst Rechteinhaberin oder Rechteinhaber. Bei Anbietern mit Sitz in den USA läuft die Meldung oft über eine DMCA-Beschwerde.

Eine Meldung Schritt für Schritt

  1. Fundstelle sichern: Adresse der Seite, Screenshot, Datum und Uhrzeit.
  2. Meldeweg des Betreibers suchen, meist ein Formular für Rechtsverletzungen oder eine Abuse-Adresse.
  3. Den Inhalt genau bezeichnen und begründen, welches Recht verletzt ist.
  4. Bestätigung abwarten und nach einigen Tagen prüfen, ob der Inhalt tatsächlich entfernt wurde.
  5. Nach erfolgreicher Entfernung Suchmaschinen bitten, die veralteten Treffer zu löschen.

Was das Verfahren leistet und was nicht

Ein Takedown entfernt eine Kopie an einer Stelle. Er verhindert nicht, dass dieselbe Datei kurz darauf anderswo erneut hochgeladen wird. Bei stark verbreitetem Material wird daraus eine Daueraufgabe, für die spezialisierte Dienstleister gegen Gebühr Überwachung und Meldungen übernehmen. Einige Plattformen arbeiten zudem mit digitalen Fingerabdrücken, die erneute Uploads bereits erkannten Materials automatisch blockieren.

Wer gleichzeitig erpresst oder bedroht wird, sollte nicht allein auf Meldungen setzen. Was in dieser Lage zuerst zu tun ist, beschreibt der Beitrag Leaks und Erpressung: sofort richtig reagieren.

Fehler, die du vermeiden solltest

Melde nur Inhalte, an denen du tatsächlich ein Recht geltend machen kannst, und bleib bei den Angaben genau. Frag bei professionellen Szenen zuerst die Produktion, ob sie Kopien selbst verfolgt. Prüfe außerdem, welche persönlichen Angaben das Formular verlangt, denn manche Meldungen werden an den Hochladenden weitergeleitet. Bei hartnäckigen Fällen und bei Material, das gegen deinen Willen online ist, ist anwaltliche Hilfe sinnvoll; dieser Eintrag ersetzt sie nicht.

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