Lexikon · Rollen und Formate
Hardcore
Eine Produktionsform mit real gezeigtem Geschlechtsverkehr, die gegenüber Softcore strengere Gesundheits-, Vertrags- und Verbreitungsregeln mit sich bringt.
Hardcore bezeichnet in der Branche eine Produktionsform, bei der Geschlechtsverkehr tatsächlich stattfindet und gezeigt wird. Das Gegenstück ist Softcore, bei dem Erotik angedeutet oder simuliert wird. Für Darstellerinnen und Darsteller zählt weniger das Bild als die Folgen: Gesundheitsschutz, Vertrag, Gage und Verbreitung unterscheiden sich deutlich.
Gesundheit und Schutz
Bei Hardcore-Produktionen ist ein aktueller Testnachweis Pflicht. Über diese Agentur vermittelte Produktionen verlangen ein STI-Panel, das am Drehtag nicht älter als 14 bis 30 Tage ist; die Kosten trägt die Produktion. Bei vaginalem und analem Geschlechtsverkehr gilt die Kondompflicht ausnahmslos. Fragen zu Impfschutz oder Prophylaxe gehören in eine ärztliche Beratung, nicht in die Hände der Produktion.
Grenzen und Ablauf
Was gedreht wird, steht vorher fest. Grundlage ist die Ja-Nein-Vielleicht-Liste, die Vertragsbestandteil wird. Am Set wird vor jeder Szene noch einmal abgestimmt, und das Abbruchrecht gilt jederzeit, auch mitten in einer Einstellung. Ein Intimacy Coordinator oder eine feste Ansprechperson achtet bei größeren Produktionen darauf, dass Absprachen eingehalten werden.
Wer zum ersten Mal vor der Kamera steht, beginnt oft mit Foto- oder Softcore-Formaten. Niemand muss eine Stufe nehmen, die nicht zu den eigenen Grenzen passt.
Vertrag und Rechte
Ein Hardcore-Dreh braucht einen schriftlichen Modelvertrag mit klar beschriebenen Inhalten, Nutzungsrechten, Verwertungskanälen und Laufzeit. Die Produktion dokumentiert Alter und Identität aller Mitwirkenden. Weil Aufnahmen dieser Art nur in geschlossenen Bereichen mit Altersverifikation verbreitet werden dürfen, sind Verwertungswege eingeschränkt; das Thema Jugendschutz ist hier zentral.
Prüfe besonders Buyout-Klauseln: Ein einmal veröffentlichtes Video lässt sich kaum zurückholen.
Gage und Aufwand
Bei Videoproduktionen, die diese Agentur vermittelt, liegt die Gage zwischen 400 und 1.200 Euro pro Drehtag. Wo eine Hardcore-Szene darin liegt, hängt von Rolle, Erfahrung, Umfang und eingeräumten Rechten ab. Ein Drehtag umfasst neben der Szene selbst Vorbereitung, Maske, Pausen und Fotos, die Arbeitszeit ist also deutlich länger als das fertige Video.
Unterschied zu Softcore im Drehalltag
Im Alltag eines Drehtags unterscheiden sich beide Formen vor allem in der Vorbereitung. Bei Softcore-Produktionen genügen oft Absprachen zu Posen, Kleidung und Perspektive. Bei Hardcore kommen Testtermin, Nachweise, ein strengeres Hygienekonzept und eine genauere Abstimmung mit dem Drehpartner hinzu. Auch die Nachbereitung ist anders: Wer zum ersten Mal in diesem Format arbeitet, sollte mit stärkeren emotionalen Reaktionen rechnen und eine Vertrauensperson oder Ansprechperson für die Zeit danach einplanen.
Vor der Entscheidung
- Entscheide über Hardcore erst, wenn du Abläufe und Menschen kennst.
- Lass dir Testanforderungen, Kondompflicht und Ansprechperson schriftlich bestätigen.
- Kläre Verwertung, Plattformen und Geoblocking vor der Unterschrift.
- Nimm dir nach dem Dreh Zeit für Aftercare und ein kurzes Gespräch.
Mehr zum Schutz am Set steht auf der Seite Sicherheit.
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