Lexikon · Rollen und Formate
Softcore
Produktionsform ohne explizite Darstellung, die andere Verwertungswege eröffnet und deshalb mit anderen Nutzungsrechten und Gagenstrukturen arbeitet.
Eine Produktionsform, die auf Andeutung statt auf explizite Darstellung setzt. Gedreht wird mit denselben Verträgen, denselben Ausweispflichten und derselben Professionalität wie in jedem anderen Format — der Unterschied liegt darin, was am Ende im Bild zu sehen ist, und daraus folgt fast alles Weitere.
Andere Abnehmer, andere Regeln
Material ohne explizite Darstellung lässt sich dort verwerten, wo explizites Material ausgeschlossen ist: im Fernsehen, in Zeitschriften, in der Werbung, auf Plattformen mit strengen Inhaltsrichtlinien und in Kanälen, die von großen Werbenetzwerken bedient werden. Für Produktionen ist das der eigentliche wirtschaftliche Reiz dieser Form.
Für dich hat das eine unmittelbare Folge: Die Nutzungsrechte sind in solchen Verträgen meist breiter gefasst, weil mehr Kanäle bedient werden sollen. Lies genau, für welches Gebiet, welchen Zeitraum und welche Medien die Rechte gelten. Ein weit gefasster Vertrag ist nicht automatisch schlecht, aber er gehört bei der Gage berücksichtigt.
Wie sich das auf die Gage auswirkt
Abgerechnet wird nach den üblichen Sätzen: 250 bis 600 Euro pro Fototag, 400 bis 1.200 Euro pro Videotag. Wo du innerhalb dieser Spannen landest, hängt weniger am Explizitheitsgrad als an Umfang und Reichweite der Verwertung. Eine Aufnahme, die in einer Werbekampagne läuft, ist für die Produktion mehr wert als eine, die auf einem einzelnen Portal erscheint.
Häufiger als in anderen Formaten wird die Vergütung als Buyout ausgestaltet: ein einmaliger Betrag, mit dem alle vereinbarten Nutzungen dauerhaft abgegolten sind. Prüfe in diesem Fall besonders sorgfältig, was „alle Nutzungen“ konkret umfasst.
Der Freigabetext ist hier das wichtigste Dokument
Weil das Material in Kontexten auftauchen kann, die mit der Erotikbranche nichts zu tun haben, ist das Model Release in dieser Produktionsform besonders relevant. Es regelt, in welchem Zusammenhang dein Bild gezeigt werden darf.
Achte auf zwei Formulierungen. Erstens auf Klauseln, die eine Verwendung „in bearbeiteter Form“ oder „in Verbindung mit anderen Inhalten“ erlauben — damit kann eine harmlose Aufnahme in einem Umfeld landen, das du nicht gewählt hast. Zweitens auf Weitergaberechte an Dritte. Beides lässt sich einschränken, aber nur vor der Unterschrift.
Für wen sich der Einstieg über dieses Format eignet
Für alle, die vor der ersten expliziten Buchung Set-Erfahrung sammeln wollen: Ablauf, Wartezeiten, Zusammenarbeit mit Regie und Kamera, das Wiederholen einer Einstellung. Diese Routinen sind formatunabhängig und lassen sich hier ohne die zusätzliche Anspannung erlernen.
Ein Missverständnis solltest du dabei ausräumen: Softcore ist keine Vorstufe mit weniger Verbindlichkeit. Vertrag, Ausweispflicht mit Personalausweis oder Reisepass und die Geltung deiner Grenzenliste sind identisch. Auch hier gilt: Was nicht besprochen wurde, wird nicht gedreht. Wie ein Einstieg ohne Vorerfahrung insgesamt abläuft, steht auf unserer Seite zum Einstieg.
Offene Frage dazu?
Begriffe erklären das Was, nicht immer das Wie im eigenen Fall. Wenn du wissen willst, was das konkret für dich bedeutet, frag uns — daraus muss keine Bewerbung werden. Viele Antworten stehen schon bei den häufigen Fragen.