Lexikon · Sicherheit und Consent
Bilder-Rückwärtssuche
Eine Suche, bei der statt eines Suchbegriffs ein Bild eingegeben wird, um identische oder ähnliche Bilder und die Seiten zu finden, auf denen sie stehen.
Die Bilder-Rückwärtssuche ist ein Suchverfahren, bei dem statt eines Begriffs ein Bild eingegeben wird. Die Suchmaschine findet daraufhin identische oder ähnliche Bilder und zeigt die Seiten an, auf denen sie veröffentlicht sind. Eine Weiterentwicklung sind Gesichtersuchmaschinen, die nicht nach dem Bild, sondern nach dem Gesicht suchen und dieselbe Person auch auf völlig anderen Fotos finden können.
Technisch berechnet der Dienst aus dem Bild eine Art Fingerabdruck aus Formen, Farben und Strukturen und vergleicht ihn mit Bildern, die er bereits erfasst hat. Deshalb finden Rückwärtssuchen auch zugeschnittene, gespiegelte oder leicht bearbeitete Kopien. Ein Filter oder ein anderer Bildausschnitt schützt also nicht zuverlässig vor einem Treffer.
Werkzeug in beide Richtungen
Für Darstellerinnen und Darsteller ist das Verfahren zugleich nützlich und riskant. Es hilft dir, deine Inhalte im Blick zu behalten und Anbieter zu prüfen. Es hilft aber auch Dritten, deine berufliche und private Identität zu verknüpfen.
So nutzt du es zum Selbstschutz
- Leaks finden. Lade in regelmäßigen Abständen einige deiner veröffentlichten Bilder in die Rückwärtssuche. So entdeckst du Kopien auf Seiten, auf denen sie nicht stehen sollten. Wie es dann weitergeht, erklärt der Eintrag Leak.
- Fake-Profile entdecken. Taucht dein Bild unter fremdem Namen auf, nutzt jemand deine Identität, etwa für Betrug oder falsche Fanprofile.
- Anbieter prüfen. Schick das Profilbild eines angeblichen Agenten oder Produzenten durch die Suche. Stammt es aus einer Bilddatenbank oder gehört es zu einem anderen Namen, ist das ein deutlicher Hinweis auf ein Fake-Casting.
- Eigene Spuren testen. Probiere aus, ob ein Bild aus deiner Sedcard zu privaten Profilen, Vereinsseiten oder alten Privatfotos führt.
Das Risiko: Verknüpfung
Gesichtersuchmaschinen machen den Künstlernamen als alleinigen Schutz schwächer. Wer auf einem Firmenportal, einer Vereinsseite oder einem öffentlichen Social-Media-Profil mit Gesicht zu finden ist, kann über ein einziges Bild aus einer Produktion zugeordnet werden. Vollständig verhindern lässt sich das nicht. Reduzieren lässt es sich, indem du private Profile auf privat stellst, alte öffentliche Bilder löschen lässt und für berufliche und private Profilbilder unterschiedliche Aufnahmen nutzt. Wer ganz ohne Gesicht arbeiten will, findet Ansätze im Beitrag Reichweite ohne Gesicht.
Rechtliche Einordnung
Gesichtsmerkmale, die zur eindeutigen Identifizierung verarbeitet werden, gelten im europäischen Datenschutzrecht als besonders geschützte biometrische Daten. Daraus können sich Ansprüche auf Auskunft und Löschung gegenüber Anbietern ergeben. Manche Gesichtersuchdienste bieten ein Verfahren an, mit dem du eigene Bilder ausschließen lassen kannst. Ob das dauerhaft und zuverlässig wirkt, lässt sich von außen nicht garantieren.
Worauf du achtest
Nutze die Suche regelmäßig, aber dosiert, und notiere Funde mit Datum und Adresse. Lade keine privaten oder unveröffentlichten Bilder in unbekannte Suchdienste hoch, denn auch diese Dienste speichern, was sie bekommen. Prüfe außerdem die Metadaten deiner Bilder, bevor sie überhaupt im Netz landen.
Offene Frage dazu?
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