Lexikon · Sicherheit und Consent
PrEP
PrEP ist eine ärztlich begleitete Vorsorge mit Medikamenten gegen eine HIV-Infektion, die am Set die Kondompflicht nie ersetzt.
PrEP steht für Präexpositionsprophylaxe und bezeichnet die vorbeugende Einnahme von Medikamenten, um eine Ansteckung mit HIV zu verhindern. Sie ist verschreibungspflichtig, wird ärztlich begleitet und richtet sich ausschließlich gegen HIV. Am Set ersetzt sie in keinem Fall die Kondompflicht.
Dieser Eintrag erklärt, welche Rolle PrEP im Arbeitsumfeld von Darstellerinnen und Darstellern spielt. Ob sie für dich persönlich sinnvoll ist, wie sie eingenommen wird und welche Untersuchungen dazugehören, klärst du ausschließlich mit einer Arztpraxis.
Was PrEP abdeckt und was nicht
Die Schutzwirkung betrifft einen einzigen Erreger. Gegen Syphilis, Chlamydien, Gonorrhoe, Hepatitis oder andere sexuell übertragbare Infektionen wirkt PrEP nicht. Gerade diese Infektionen sind es aber, die im Arbeitsalltag am Set häufiger eine Rolle spielen und für die Tests und Kondome gedacht sind.
Wer PrEP nutzt, gilt deshalb am Set nicht als geschützter als andere. Es gelten dieselben Regeln: aktueller Testnachweis, Kondom bei vaginalem und analem Geschlechtsverkehr, Abbruch bei jedem Zweifel.
Kein Argument für den Verzicht auf Kondome
In der Branche taucht gelegentlich das Argument auf, mit PrEP und frischem Test könne man auf Kondome verzichten. Bei uns ist das ausgeschlossen. Die Kondompflicht gilt ausnahmslos und hängt weder vom Testergebnis noch von medizinischer Vorsorge ab. Eine Produktion, die dir vorschlägt, wegen PrEP ohne Kondom zu drehen, verlässt die vereinbarten Bedingungen, und das meldest du der Agentur.
Umgekehrt darf eine Produktion von niemandem verlangen, PrEP zu nehmen, um gebucht zu werden. Eine medizinische Behandlung ist eine persönliche Entscheidung und keine Einstellungsvoraussetzung.
Dein Status ist Privatsache
Ob du PrEP nutzt, ist ein Gesundheitsdatum. Du musst es weder im Casting noch am Set offenlegen, und es gehört nicht auf eine Sedcard, in ein Profil oder in eine Buchungsanfrage. Für die Sicherheit am Set sind allein der gültige Testnachweis und die Einhaltung der Kondompflicht entscheidend.
Wenn du es dennoch erwähnst, etwa weil du Fragen hast, sollte die Information vertraulich behandelt werden. Fragt eine Produktion gezielt nach PrEP, ist die Gegenfrage berechtigt, wozu die Angabe gebraucht wird.
Kosten und ärztliche Begleitung
Zu den Kosten, die bei unseren Vermittlungen die Produktion übernimmt, gehört das STI-Panel. PrEP ist davon getrennt und wird nicht über die Produktion abgerechnet. In Deutschland kann die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen. Welche das sind und ob sie auf dich zutreffen, sagt dir die Praxis oder deine Krankenkasse.
PrEP setzt regelmäßige ärztliche Kontrollen voraus. Anlaufstellen sind spezialisierte Praxen, Checkpoints und viele Gesundheitsämter, die auch zu Tests und Impfungen beraten. Wie Tests, Fristen und Kosten am Set zusammenhängen, steht im Beitrag Gesundheit am Set.
Worauf du achtest
Verlass dich am Set nie auf Aussagen anderer über deren Vorsorge, sondern auf die Regeln, die für alle gelten. Und setze PrEP nicht eigenmächtig an oder ab, nur weil eine Buchung ansteht. Diese Entscheidung gehört in eine ärztliche Beratung, nicht in die Drehplanung.
Offene Frage dazu?
Begriffe erklären das Was, nicht immer das Wie im eigenen Fall. Wenn du wissen willst, was das konkret für dich bedeutet, frag uns — daraus muss keine Bewerbung werden. Viele Antworten stehen schon bei den häufigen Fragen.