Lexikon · Vermarktung und Plattform
Clip-Store
Ein Onlineshop, in dem einzelne Videos zum Kauf angeboten werden und der Zahlung, Hosting und Auslieferung gegen einen Umsatzanteil übernimmt.
Ein Onlineshop, in dem einzelne Videos zum Kauf oder Download angeboten werden, meist sortiert nach Creator und Kategorie. Anders als auf einer Fanplattform kauft das Publikum dort keinen Zugang zu einem Profil, sondern einen bestimmten Clip. Der Clip-Store übernimmt Zahlungsabwicklung, Hosting und Auslieferung und behält dafür einen Anteil.
Wie der Verkauf praktisch funktioniert
Du lädst einen fertigen Clip hoch, vergibst Titel, Beschreibung, Schlagworte, Vorschaubild und Preis. Danach verkauft er sich, solange er im Shop steht, ohne dass du laufend kommunizieren musst. Das ist der wesentliche Unterschied zum Abonnement: Ein Clip-Store verlangt keinen festen Veröffentlichungsrhythmus und kaum Nachrichtenarbeit, belohnt aber gute Auffindbarkeit. Beschreibungen und Schlagworte entscheiden mit darüber, ob ein Clip in der Shopsuche überhaupt erscheint.
Viele Creator nutzen beides parallel: einen Clip-Store für den Verkauf einzelner, längerer Inhalte und eine Fanplattform für den regelmäßigen Kontakt. Dabei musst du prüfen, ob eine der Plattformen Exklusivität für bestimmte Inhalte verlangt.
Prüfung vor dem Upload
Seriöse Clip-Stores prüfen vor der Freischaltung die Identität und Volljährigkeit aller Personen, die in einem Clip zu sehen sind. Für dich als Anbieterin bedeutet das: Du brauchst zu jeder beteiligten Person einen Altersnachweis mit Ausweis und ein unterschriebenes Model Release, das genau diese Verwertung erlaubt. Ohne diese Unterlagen wird der Clip abgelehnt oder später gesperrt.
Bewahre diese Unterlagen dauerhaft und geordnet auf. Die Dokumentationspflicht endet nicht mit dem Upload, und eine nachträgliche Rückfrage des Shops kannst du nur mit vollständigen Unterlagen beantworten. Wie Produktionen das am Set handhaben, beschreibt der Beitrag zu Altersnachweis und Dokumentation.
Was in den Shop darf und was nicht
In einen Clip-Store gehört nur Material, an dem du die Verwertungsrechte hast: selbst produzierte Inhalte und Inhalte, für die eine schriftliche Freigabe vorliegt. Szenen aus Auftragsproduktionen fallen fast immer nicht darunter. Die Produktion hat die Rechte erworben und verwertet sie selbst. Wer solche Szenen unerlaubt in einen Shop stellt, riskiert die Löschung des Kontos und Forderungen der Produktion.
Zulässig sein kann eine Zweitverwertung, wenn die Produktion sie ausdrücklich gestattet, etwa nach Ablauf einer Exklusivfrist. Das muss schriftlich vereinbart sein, mit Angabe von Plattform, Zeitraum und Umfang.
Einnahmen und Abrechnung
Vom Verkaufspreis behält der Shop einen Anteil, der Rest wird nach seinen Auszahlungsbedingungen überwiesen. Die Quoten liegen je nach Anbieter zwischen 25 und 90 Prozent. Prüfe Mindestbetrag, Auszahlungsintervall und die Frage, ob Rückbuchungen von deinem Guthaben abgezogen werden. Alle Einnahmen sind Betriebseinnahmen und gehören in deine Buchhaltung.
Ordnung, die sich später auszahlt
Lies vor der Anmeldung die Inhaltsrichtlinien, denn Clip-Stores schließen bestimmte Darstellungen aus und sperren Clips mitunter ohne Vorwarnung. Lege für jeden Clip einen Eintrag in deinem Archiv an: Aufnahmedatum, beteiligte Personen, Unterlagen, Plattformen. Wenn ein Clip später woanders auftaucht, weißt du sofort, was dir gehört und wer handeln darf.
Offene Frage dazu?
Begriffe erklären das Was, nicht immer das Wie im eigenen Fall. Wenn du wissen willst, was das konkret für dich bedeutet, frag uns — daraus muss keine Bewerbung werden. Viele Antworten stehen schon bei den häufigen Fragen.