Lexikon · Produktion und Set
Drehtag
Die Abrechnungseinheit der Branche: ein Arbeitstag an einer Produktion, vergütet mit einer Tagesgage und unabhängig von der Menge des entstandenen Materials.
Ein Drehtag ist die Einheit, nach der in der Erotikproduktion abgerechnet wird: ein Arbeitstag an einer Produktion, bezahlt mit einer Pauschale. Wie viele Minuten verwertbares Material daraus entstehen, spielt für deine Vergütung keine Rolle — bezahlt wird deine Zeit und die vereinbarte Leistung, nicht das Ergebnis.
Was zeitlich dazugehört
Der Tag beginnt nicht mit der ersten Aufnahme. Zu einem Drehtag zählen üblicherweise Ankunft und Einweisung, Maske und Garderobe, die Besprechung des Ablaufs, Proben ohne Kamera, die eigentlichen Aufnahmen, Wartezeiten zwischen Umbauten sowie Abschminken und Abbau.
Die Wartezeit ist der Posten, den Einsteiger unterschätzen. Zwischen zwei Einstellungen wird umgebaut, das Licht neu gesetzt, der Ton geprüft. Für dich heißt das: warten in Kostüm und Maske. Diese Zeit ist Arbeitszeit, auch wenn dabei nichts aufgenommen wird.
Nicht zum bezahlten Drehtag zählen dagegen die Vorbereitung zu Hause, Körperpflege und die Termine für den STI-Test. Die Testkosten selbst trägt die Produktion, den Zeitaufwand dafür trägst du. Wer mehrere Drehs im Monat annimmt, sollte diesen unbezahlten Anteil in die eigene Kalkulation aufnehmen.
Zehn bis zwölf Stunden sind die Regel
Für eine Videoproduktion ist ein Drehtag von zehn bis zwölf Stunden vor Ort realistisch, Anreise nicht eingerechnet. Fotoproduktionen liegen häufig darunter, bei vier bis acht Stunden. Wer mit vier Stunden plant und dann zwölf bleibt, hat den Tag falsch kalkuliert — vor allem, wenn Rückfahrt oder Anschlusstermine daran hängen.
Die Gagen bei uns liegen bei 250 bis 600 Euro für einen Fototag, 400 bis 1.200 Euro für einen Videotag und 200 bis 500 Euro für Eventbegleitung ohne sexuelle Handlungen. Ausgezahlt wird innerhalb von 14 Tagen per Überweisung. Die vollständige Aufstellung steht unter Verdienst.
Überstunden, Anreise und Nebenkosten
Ein vertraglich vereinbarter Drehtag hat ein Ende. Üblich ist eine feste Stundenzahl, ab der zusätzliche Zeit gesondert vergütet wird — oft anteilig auf Basis der Tagesgage. Diese Grenze muss vor dem Dreh im Vertrag stehen, sonst gibt es am Abend nichts zu verhandeln, weil du dann bereits zwölf Stunden gearbeitet hast.
Getrennt davon laufen Fahrtkosten, Übernachtung und Verpflegung. Sie sind keine Gage, sondern Spesen, und werden separat geregelt. Ein halber Drehtag mit reduziertem Umfang wird als Halbtagesgage abgerechnet, üblicherweise nicht als exakte Hälfte, weil Anfahrt und Maske unabhängig von der Drehdauer anfallen.
Vor der Zusage klären
Frage nach der geplanten Dauer, nach der Überstundenregelung und danach, ob die Anreise am Vortag bezahlt wird. Lass dir die Antworten schriftlich geben, entweder im Vertrag oder in der Tagesdisposition. Wie sich ein solcher Tag von der Anreise bis zum Feierabend anfühlt, beschreibt dieser Beitrag.
Dieser Eintrag ordnet ein und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
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