Lexikon · Vertrag und Recht
Altersnachweis
Die dokumentierte Prüfung der Volljährigkeit durch Personalausweis oder Reisepass, die jede seriöse Produktion vor dem ersten Drehtag verlangt.
Der Altersnachweis ist die dokumentierte Prüfung, dass jede mitwirkende Person volljährig ist. Vorgelegt wird ein amtliches Ausweisdokument, anerkannt sind Personalausweis und Reisepass. Der Führerschein wird nicht akzeptiert, weil er eine Fahrerlaubnis belegt und kein Ausweisdokument ist.
Wie die Prüfung abläuft
Das Dokument wird im Original vorgelegt, meist schon beim Casting, spätestens vor der ersten Aufnahme. Die Produktion vergleicht Foto und Person, notiert das Geburtsdatum und nimmt eine Kopie oder einen Scan zur Produktionsakte. Dazu kommt in der Regel ein ID-Shot, also eine kurze Aufnahme mit dem Dokument in der Hand.
Ohne diese Unterlagen beginnt kein Dreh. Das ist keine Schikane gegenüber Bewerbern, sondern die Voraussetzung dafür, dass das Material überhaupt vertrieben werden kann: Plattformen, Portale und Vertriebspartner verlangen den Nachweis für jede abgebildete Person, bevor sie Inhalte annehmen.
Was mit der Kopie geschieht
Die Kopie hat einen klar begrenzten Zweck: den Nachweis der Volljährigkeit führen zu können. Zugriff darauf haben nur die Personen, die diesen Nachweis tatsächlich brauchen, üblicherweise Produktionsleitung und die Stelle, die Verträge verwaltet. Sie gehört nicht in den Umlauf im Team, nicht in Gruppenchats und nicht in die Veröffentlichung.
Wie lange sie gespeichert bleibt, ergibt sich nicht aus einer einzigen Zahl, sondern aus dem Zweck. Solange die Produktion Nutzungsrechte ausübt und Nachweise gegenüber Vertriebspartnern führen muss, besteht ein Grund zur Aufbewahrung. Danach ist die Kopie zu löschen. Frag vor der Unterschrift schriftlich ab, wer speichert, an welchem Ort, wie lange und wer Einsicht bekommt. Eine Produktion, die darauf keine Antwort hat, hat auch keine Ordnung in ihrer Ablage.
Die riskantere Variante ist die Produktion ohne Prüfung
Wer sich davor scheut, seinen Ausweis zu zeigen, denkt meist zuerst an das eigene Datenrisiko. In der Praxis ist der umgekehrte Fall gefährlicher. Eine Produktion, die keinen Altersnachweis sehen will, führt in der Regel auch sonst keine Nachweise: keine dokumentierte Einwilligung, kein sauberer Vertrag, keine belegbare Absprache darüber, wo das Material erscheinen darf. Dein Material liegt dann in einer Sammlung, über die niemand Buch führt.
Dazu kommt der Vertriebsweg. Ohne Nachweise nimmt kein etablierter Anbieter die Inhalte an. Verwertet wird solches Material deshalb über Kanäle, die keine Fragen stellen, und genau dort hast du hinterher keinen Ansprechpartner. Woran unseriöse Angebote sonst noch zu erkennen sind, steht im Beitrag unseriöse Angebote erkennen.
Worauf du bestehen kannst
Du darfst verlangen, dass die Kopie nur zur Nachweisführung genutzt wird, dass sie nicht an unbeteiligte Dritte geht und dass du eine Bestätigung über die Löschung erhältst, wenn der Zweck endet. Du darfst außerdem verlangen, dass Ausweisdaten und Einwilligungserklärung getrennt abgelegt werden. Was beim Casting sonst gilt, fasst die Seite Sicherheit zusammen.
Dieser Text ordnet die übliche Praxis ein und ersetzt keine Rechtsberatung.
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