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Lexikon · Vertrag und Recht

Geoblocking

Die technische Sperre, die einen Inhalt nur in bestimmten Ländern abrufbar macht und im Vertrag als Gebietsausschluss vereinbart werden kann.

Geoblocking sperrt den Abruf eines Inhalts für bestimmte Länder oder Regionen. Die Zuordnung geschieht über die IP-Adresse des Besuchers: Wer von einer deutschen Adresse kommt, sieht eine Sperrmeldung statt des Videos. In der Erotikproduktion ist das ein Instrument des Selbstschutzes.

Wie das in den Vertrag kommt

Geoblocking ist keine Zusatzleistung, sondern eine Einschränkung der eingeräumten Verwertungsrechte. Der Vertrag benennt entweder die Gebiete, in denen genutzt werden darf, oder die Gebiete, die ausgeschlossen sind. Verbreitet ist der Ausschluss des deutschsprachigen Raums, seltener und schwerer durchzusetzen der Ausschluss einer einzelnen Region oder Stadt.

Damit die Klausel etwas wert ist, muss sie drei Dinge regeln: welche Gebiete gesperrt sind, für welche Kanäle die Sperre gilt, und was bei einer Weitergabe an Partnerportale passiert. Eine Sperre, die nur für die eigene Website der Produktion gilt, während das Material parallel an Vertriebspartner geht, ist eine halbe Sperre.

Was die Sperre kostet

Ein Gebietsausschluss verkleinert den Markt für das Material. Deutschsprachige Zuschauer sind für eine deutsche Produktion die Hauptzielgruppe, und wer sie ausschließt, verkauft weniger. Rechne deshalb damit, dass eine Produktion eine niedrigere Tagesgage anbietet, den Ausschluss zeitlich begrenzen will oder ganz ablehnt.

Diese Rechnung ist legitim und kein Zeichen von Unseriosität. Sie gehört auf den Tisch, bevor unterschrieben wird, nicht danach. Wer den Ausschluss braucht, sollte ihn früh in die Verhandlung einbringen und nicht als letzte Bedingung nachschieben.

Wo der Schutz endet

Die Sperre hält niemanden auf, der sie umgehen will. Ein VPN-Dienst verlegt die scheinbare Herkunft des Besuchers in ein anderes Land und macht das Geoblocking in Sekunden gegenstandslos. Das ist weder aufwendig noch teuer, und wer gezielt nach dir sucht, findet diesen Weg.

Noch wichtiger ist die zweite Grenze: Die Sperre bindet nur den Vertragspartner. Für Kopien, die auf fremden Portalen landen, gilt sie nicht, weil dort niemand deinen Vertrag kennt. Auch Vorschaubilder in Suchergebnissen, Downloads und Bildschirmaufnahmen entziehen sich der Technik. Geoblocking senkt also die Wahrscheinlichkeit eines zufälligen Fundes im Umfeld. Es verhindert nicht das Auffinden durch jemanden, der es darauf anlegt.

Was daneben gehört

Behandle die Gebietssperre als eine Maßnahme von mehreren. Ein Künstlername, der nicht mit deinem Klarnamen in Verbindung steht, wirkt langfristig stärker, weil er auch bei Kopien mitwandert. Dazu kommen der Verzicht auf erkennbare private Details in Titeln und Beschreibungen sowie eine Klausel, die die Weitergabe an Dritte an deine Zustimmung bindet. Welche Kombination wie weit trägt, erklärt der Beitrag anonym arbeiten: was geht, was nicht.

Stellst du einen Verstoß fest, dokumentiere ihn mit Adresse, Datum und Bildschirmaufnahme und melde ihn der Produktion schriftlich. Dieser Text ordnet die Praxis ein und ersetzt keine Rechtsberatung.

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