Lexikon · Rollen und Formate
Solo
Produktionsform mit einer einzigen darstellenden Person, kleinstem Team, meist kurzem Drehtag und ohne jede Abstimmung mit Drehpartnern.
Eine Produktion, in der nur eine Person vor der Kamera steht. Alles, was in dieser Produktionsform organisiert werden muss, betrifft ausschließlich dich, die Technik und die Regie — es gibt keinen zweiten Terminkalender, keine zweite Grenzenliste und keinen zweiten Nachweis, der vorliegen muss.
Das kleinste Team der Branche
Solodrehs kommen häufig mit drei bis vier Personen aus: Kamera, Licht oder Ton in Personalunion, Regie und gegebenenfalls Maske. Manche Produktionen arbeiten sogar mit zwei Leuten. Das hat eine praktische Folge, die viele Einsteigerinnen als angenehm empfinden: Es stehen wenige Menschen im Raum, und du weißt nach zehn Minuten, wer welche Aufgabe hat.
Weil weniger koordiniert werden muss, ist der Drehtag im Schnitt kürzer als bei anderen Formaten. Rechne trotzdem mit einem halben bis ganzen Tag: Umbauten, Lichtwechsel und Wiederholungen fallen unabhängig von der Personenzahl an.
Was organisatorisch wegfällt
Der eigentliche Unterschied liegt in der Vorbereitung. Es gibt keine Terminabstimmung zwischen zwei Kalendern, keinen Abgleich zweier Grenzenlisten und keine Absprache über einen gemeinsamen Ablauf. Ein STI-Panel wird verlangt, wo Szenen mit weiteren Beteiligten stattfinden; bei einer reinen Soloproduktion entfällt dieser Grund. Ob die Produktion trotzdem einen Nachweis sehen möchte, steht im Vertrag und wird vorher gesagt, nicht am Set.
Was nicht wegfällt: Ausweisprüfung mit Personalausweis oder Reisepass, Modelvertrag, Einwilligung und die Klärung der Nutzungsrechte. Diese Punkte hängen nicht an der Zahl der Beteiligten.
Gage und Abrechnung
Abgerechnet wird wie jede andere Produktion: 250 bis 600 Euro pro Fototag, 400 bis 1.200 Euro pro Videotag, Auszahlung innerhalb von 14 Tagen per Überweisung. Wo genau du in der Spanne landest, hängt an Dauer, Umfang und Nutzungsrechten — nicht daran, dass du allein arbeitest. Ein kurzer Solotag liegt eher unten, ein voller Tag mit breiter Verwertung deutlich höher. Die Einordnung dazu steht unter Verdienst.
Der ruhigste Einstieg, aber nicht der anspruchsloseste
Solo gilt vielen als sanfter Beginn, und für die Nerven trifft das zu. Fachlich ist die Anforderung aber höher als gedacht: Du füllst die Einstellung allein. Es gibt kein Gegenüber, an dem du dich orientieren kannst, keine Reaktion, die eine Pause überbrückt. Regieanweisungen kommen direkt an dich, und Wiederholungen betreffen immer dich.
Ein Punkt, bei dem du nicht nachgeben solltest
Weil Solodrehs wenig Personal brauchen, tauchen sie überdurchschnittlich oft in unseriösen Angeboten auf — verbunden mit dem Vorschlag, „unkompliziert bei jemandem zu Hause“ zu drehen. Bei uns gilt für jedes Casting: Studio oder gebuchte Location, nie eine Privatwohnung, mindestens drei anwesende Personen, eine Begleitperson ist erlaubt, keine sexuellen Handlungen. Wer dir eine Privatadresse als Drehort nennt, ist keine Produktion. Die Erkennungsmerkmale stehen im Beitrag über unseriöse Angebote.
Offene Frage dazu?
Begriffe erklären das Was, nicht immer das Wie im eigenen Fall. Wenn du wissen willst, was das konkret für dich bedeutet, frag uns — daraus muss keine Bewerbung werden. Viele Antworten stehen schon bei den häufigen Fragen.