Lexikon · Vermarktung und Plattform
Sedcard
Das kompakte Arbeitsdokument, mit dem eine Agentur dich Produktionen vorstellt: Künstlername, Eckdaten, Region und wenige aussagekräftige Bilder.
Eine einseitige Übersicht mit den Angaben, die eine Produktion für die Besetzung braucht, plus einer kleinen Bildauswahl. Sie ist kein Portfolio und keine Selbstdarstellung, sondern ein Arbeitsmittel: Wer besetzt, sieht am Tag mehrere Dutzend davon und entscheidet in Sekunden, ob jemand zur Anfrage passt.
Was darauf gehört
- Künstlername. Der Name, unter dem du arbeitest — nicht der aus dem Ausweis.
- Körpermaße. Größe, Konfektionsgröße, Schuhgröße. Korrekt, nicht geschönt: Am Set steht Garderobe bereit, die passen muss.
- Haar- und Augenfarbe. Bei gefärbtem Haar der aktuelle Stand, nicht der von der letzten Buchung.
- Sprachen. Mit ehrlichem Niveau. „Englisch fließend“ heißt, dass du in Englisch Regieanweisungen verstehst.
- Region und Reisebereitschaft. Produktionen planen nach Anfahrt.
- Kontakt über die Agentur. Eine Adresse für alle Anfragen.
- Drei bis fünf Bilder. Porträt, Ganzkörper, ein bis drei weitere, die zeigen, wie du vor der Kamera wirkst.
Was niemals darauf steht
Keine Privatadresse, kein Ausweisname, keine private Telefonnummer, keine private Mailadresse, keine Social-Media-Profile mit persönlichem Bezug. Und keine Preise. Die Gage wird pro Buchung verhandelt und hängt an Umfang, Dauer und Nutzungsrechten — eine Zahl auf der Sedcard nimmt dir jede Verhandlungsposition und wirkt zudem unprofessionell.
Der Grund für die Zurückhaltung ist praktisch: Eine Sedcard wird weitergegeben. Sie geht per Mail an Produktionen, an Regie, an Ausstattung, gelegentlich an Dritte. Jede Angabe darauf verlässt irgendwann deinen Einflussbereich. Das ist auch der Kern des Rechts am eigenen Bild, das nur so weit reicht, wie du es nicht selbst freigegeben hast.
Warum aktuell wichtiger ist als perfekt
Der häufigste Fehler sind aufwendig bearbeitete Bilder, die zwei Jahre alt sind. Wenn du am Drehtag anders aussiehst als auf der Sedcard, hat die Produktion ein Problem mit dem Anschluss und du eines mit der Glaubwürdigkeit. Im ungünstigsten Fall wird umbesetzt und der Tag fällt aus.
Ein unbearbeitetes Bild von letzter Woche schlägt deshalb jedes retuschierte von vorgestern. Aktualisiere nach jeder sichtbaren Veränderung: neue Haarfarbe, neuer Schnitt, neues Tattoo, deutliche Gewichtsveränderung. Was ein brauchbares Bild ausmacht, steht im Beitrag über Bewerbungsfotos, die funktionieren.
Die Bildrechte gehören mitgeklärt
Bilder, die bei einer Produktion entstanden sind, darfst du nicht automatisch für deine Sedcard verwenden. Ob das erlaubt ist, steht im Model Release beziehungsweise im Modelvertrag. Frag im Zweifel nach einer schriftlichen Freigabe — eine mündliche Zusage am Set hilft dir später nicht.
So gehst du praktisch vor
Halte eine aktuelle Fassung als PDF bereit und lege einen festen Termin für die Prüfung fest, etwa zum Quartalsbeginn. Bei uns pflegst du diese Daten direkt im Bewerbungsprozess; welche Angaben abgefragt werden, siehst du unter Bewerben. Eine Antwort bekommst du innerhalb von 48 Stunden, auch bei einer Absage.
Offene Frage dazu?
Begriffe erklären das Was, nicht immer das Wie im eigenen Fall. Wenn du wissen willst, was das konkret für dich bedeutet, frag uns — daraus muss keine Bewerbung werden. Viele Antworten stehen schon bei den häufigen Fragen.