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Lexikon · Rollen und Formate

POV

Aufnahmeform, bei der die Kamera die Perspektive einer beteiligten Person einnimmt und meist von dieser Person selbst geführt wird.

Eine Aufnahmeform, bei der die Kamera den Blickwinkel einer beteiligten Person einnimmt, statt die Handlung von außen zu beobachten. Geführt wird sie in den meisten Fällen von dieser Person selbst — aus der Hand, mit einem Gurt oder mit einer am Körper befestigten Halterung.

Kamera und Darstellung in einer Hand

Das ist die entscheidende produktionstechnische Besonderheit: Wer die Kamera führt, spielt gleichzeitig mit. Bildausschnitt, Schärfe und Bewegung entstehen nebenbei, ohne dass jemand von außen korrigieren kann. Deshalb wird in dieser Form häufiger wiederholt als in klassisch aufgelösten Szenen, und ein Take scheitert öfter an der Technik als an der Darstellung.

Die Regie arbeitet entsprechend anders. Sie kann nicht durch den Sucher schauen, sondern gibt Anweisungen über einen Monitor oder mündlich zwischen den Aufnahmen. Wenn du selbst die Kamera hältst, bist du für einen Teil der Bildgestaltung mitverantwortlich, auch wenn dafür keine Vorerfahrung erwartet wird.

Was das von dir vor der Kamera verlangt

Blickrichtung und Bewegung folgen anderen Regeln als sonst. Statt an der Kamera vorbeizuspielen, richtest du dich direkt auf das Objektiv aus. Die Distanz ist gering, oft nur eine Armlänge, und Bewegungen müssen langsamer und kontrollierter ausgeführt werden, weil das Bild sonst unbrauchbar wird.

Für die kameraführende Seite kommt körperliche Belastung hinzu: Eine Kamera über längere Zeit ruhig in einer Position zu halten, ist anstrengend. Plane Pausen ein und sag es, wenn der Arm nicht mehr mitmacht. Ein verwackelter Take kostet mehr Zeit als eine kurze Unterbrechung.

Kleines Team, kurzer Aufbau

Weil eine separate Kameraposition entfällt, arbeiten diese Produktionen mit wenig Personal, oft in der Größenordnung eines Solodrehs. Das verkürzt den Aufbau und macht die Tage planbarer. An der Abrechnung ändert es nichts: Es gelten die regulären Tagessätze von 400 bis 1.200 Euro im Video, ausgezahlt innerhalb von 14 Tagen per Überweisung, nachzulesen unter Verdienst.

Zwei Seiten, zwei Antworten zur Anonymität

Für die kameraführende Person ist diese Form eine der anonymsten überhaupt: Sichtbar sind meist nur Ausschnitte, das Gesicht bleibt fast immer außerhalb des Bildes. Wer beruflich auf Zurückhaltung angewiesen ist, findet hier eine praktikable Möglichkeit.

Für die Person vor der Kamera gilt das Gegenteil. Die Nähe zum Objektiv und der direkte Blick in die Linse machen das Gesicht deutlich erkennbarer als in einer normal aufgelösten Einstellung. Ein Künstlername hilft bei der Auffindbarkeit über Suchmaschinen, aber nicht gegen Wiedererkennung durch Menschen, die dich kennen. Was technisch machbar ist, steht im Beitrag zum anonymen Arbeiten.

Vor der Zusage klären

Frag, welche der beiden Positionen für dich vorgesehen ist, wie lange am Stück gedreht wird und ob eine Halterung gestellt wird. Die Antworten unterscheiden sich stärker, als der gemeinsame Formatname vermuten lässt.

Offene Frage dazu?

Begriffe erklären das Was, nicht immer das Wie im eigenen Fall. Wenn du wissen willst, was das konkret für dich bedeutet, frag uns — daraus muss keine Bewerbung werden. Viele Antworten stehen schon bei den häufigen Fragen.

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