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Lexikon · Rollen und Formate

Gruppenszene

Produktionsform mit mehreren Beteiligten, die längere Drehtage, mehr Wartezeit und einen deutlich höheren Abstimmungsaufwand mit sich bringt.

Eine Produktion, an der drei oder mehr Personen vor der Kamera beteiligt sind. Der Unterschied zum Duo ist weniger inhaltlicher als organisatorischer Natur: Mit jeder weiteren Person steigt die Zahl der Absprachen, Nachweise und Terminüberschneidungen, und zwar nicht linear, sondern deutlich schneller.

Warum diese Drehtage die längsten sind

Jede zusätzliche Person bedeutet eine weitere Maske, eine weitere Vertragsunterzeichnung, eine weitere Ausweisprüfung und eine weitere Person, auf die gewartet wird, wenn sie im Stau steht. Drehtage mit mehreren Beteiligten beginnen früher und enden später als jede andere Produktionsform.

Der größte Zeitanteil entfällt dabei nicht auf Aufnahmen, sondern auf Umbauten. Kamerapositionen, Licht und Anschluss müssen für mehr Personen im Bild geplant werden, und jede Korrektur betrifft alle. Wer in diesem Format arbeitet, sollte sich darauf einstellen, einen erheblichen Teil des Tages angezogen im Aufenthaltsbereich zu verbringen.

Wartezeit ist Arbeitszeit

Das ist der Punkt, an dem es wirtschaftlich wird. Abgerechnet wird nach Tagessatz, nicht nach Minuten im Bild — bei Videoproduktionen 400 bis 1.200 Euro pro Drehtag. Wenn ein Tag durch die Gruppengröße auf zwölf Stunden wächst, sinkt der effektive Stundensatz entsprechend.

Kläre deshalb vorher, ab wann Überstunden vergütet werden und ob Verpflegung gestellt wird. Beides gehört ins Call Sheet, nicht in eine mündliche Zusage am Morgen. Die Bandbreiten aller Produktionsarten stehen unter Verdienst.

Nachweise und Grenzen bei mehreren Beteiligten

Alle Beteiligten legen ein STI-Panel vor, am Drehtag nicht älter als 14 bis 30 Tage, bezahlt von der Produktion. Es genügt nicht, dass die Mehrheit getestet ist — fehlt ein Nachweis, findet die Szene nicht statt.

Beim Abgleich der Grenzen gilt dasselbe Prinzip wie im Duo, nur mit mehr Beteiligten: Maßgeblich ist die Schnittmenge aller Listen, nicht das, worauf sich die Mehrheit einigt. Die Kondompflicht bei vaginalem und analem Geschlechtsverkehr gilt hier unverändert und für jede beteiligte Konstellation.

Eine Ansprechperson, nicht fünf Meinungen

In größeren Konstellationen ist am schwersten zu erkennen, wer eigentlich entscheidet. Genau deshalb muss vor Drehbeginn feststehen, an wen du dich wendest, wenn etwas nicht stimmt: eine namentlich benannte Vertrauensperson oder die Regie.

Der Grund ist praktischer Natur. Wenn du in einer Gruppe eine Grenze ansprichst und keine klare Zuständigkeit existiert, verläuft der Einwand oft im Sand, weil jeder annimmt, jemand anderes kümmere sich. Mit einer benannten Ansprechperson gibt es genau eine Adresse — und die Aufnahme wird gestoppt, bis die Frage geklärt ist.

Was du vorher wissen willst

Frag nach der genauen Zahl der Beteiligten, nach dem geplanten Drehschluss und danach, ob die anderen Namen vor der Zusage genannt werden. Beantwortet eine Produktion die Personenzahl nicht verbindlich, sag ab. Eine Szene, deren Umfang du erst am Set erfährst, ist keine planbare Buchung.

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