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Lexikon · Sicherheit und Consent

Consent

Das informierte, freiwillige und jederzeit widerrufbare Einverständnis zu jeder einzelnen Handlung vor der Kamera.

Consent ist das Einverständnis aller Beteiligten zu jeder einzelnen Handlung vor der Kamera: informiert, freiwillig, auf konkrete Handlungen bezogen und jederzeit widerrufbar. Am Set ist Consent kein Formular, das morgens unterschrieben und danach abgehakt wird, sondern ein Zustand, der über den gesamten Drehtag bestehen muss.

Der Begriff stammt aus der angelsächsischen Produktionspraxis und hat sich in deutschen Erotikproduktionen als Arbeitswort durchgesetzt, weil er beschreibt, wie am Set miteinander gesprochen wird. Die rechtliche Seite derselben Sache läuft in Deutschland unter Einvernehmlichkeit und funktioniert nach anderen Regeln.

Die vier Merkmale

  • Informiert. Du weißt vor der Zusage, was gedreht wird: welche Handlungen, mit wem, über welche Dauer, wie explizit das Ergebnis ist. Wer erst am Set erfährt, worum es geht, kann nicht informiert zustimmen.
  • Freiwillig. Zustimmung unter Druck ist keine Zustimmung. Druck entsteht selten durch Drohungen, meistens durch Zeitnot, ein wartendes Team, Andeutungen über künftige Buchungen oder eine Gage, die plötzlich an einer zusätzlichen Handlung hängt.
  • Spezifisch. Eine Zusage gilt für das Besprochene, nicht für alles, was thematisch daneben liegt. Wer einer Szene zustimmt, hat damit keiner zweiten Einstellung mit anderem Inhalt zugestimmt.
  • Widerrufbar. Ein Ja lässt sich zurücknehmen, auch mitten in der laufenden Aufnahme und ohne Begründung. Das ist der Kern des Abbruchrechts.

Warum vor jedem Setup neu gefragt wird

Ein Drehtag verläuft selten genau nach Plan. Eine Einstellung funktioniert im Bild nicht, eine Position wird geändert, jemand schlägt spontan eine Variante vor. Jede dieser Änderungen berührt die Grundlage, auf der zugestimmt wurde.

Deshalb wird an professionell geführten Sets vor jedem neuen Aufbau kurz abgeglichen: Was kommt jetzt, entspricht das dem Besprochenen, passt es für alle Beteiligten. Diese zwei Minuten verhindern die Situation, in der jemand mitten in der Aufnahme merkt, dass er dem gerade Laufenden nie zugestimmt hat.

Ein Nein an dieser Stelle ist kein Konflikt, sondern eine Information für die Produktion. Wer stattdessen zu hören bekommt, man sei doch schon so weit gekommen, arbeitet nicht mit Consent, sondern mit Verhandlungsdruck.

Consent ist keine Höflichkeit gegenüber Frauen

Das Prinzip gilt für alle am Set, unabhängig vom Geschlecht und unabhängig von der Erfahrung. Auch ein erfahrener Darsteller darf eine Handlung ablehnen, die vorher nicht besprochen war, und auch er wird gefragt, bevor sich etwas ändert.

Praktisch bedeutet das: Absprachen laufen nicht nur über die Regie, sondern zwischen allen, die in der Szene sind. Zwei Menschen, die vor dem Dreh fünf Minuten miteinander gesprochen haben, arbeiten anders zusammen als zwei, die sich erst vor der Kamera begegnen.

Woran du ein Set erkennst, das damit arbeitet

Es gibt ein Vorgespräch, und darin wird nach deinen Grenzen gefragt, nicht nur nach deiner Verfügbarkeit. Es gibt eine benannte Ansprechperson, die nicht Regie führt. Änderungen am Ablauf werden angekündigt, nicht durchgestellt. Und wenn du zögerst, wird das als Antwort behandelt und nicht als Verhandlungsauftakt.

Fehlt all das, ist es kein Beweis für schlechte Absichten, aber ein Hinweis auf eine unstrukturierte Produktion. Welche Regeln bei unseren Buchungen gelten, steht auf der Seite Sicherheit.

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