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Lexikon · Produktion und Set

Location

Ein für den Dreh gebuchter Ort außerhalb des Studios; seriöse Produktionen arbeiten dort oder im Studio, niemals in Privatwohnungen.

Eine Location ist ein Drehort außerhalb des Studios, den die Produktion für den Drehtag bucht: eine Ferienwohnung, ein Loft, ein Hotelzimmer, ein Gewerberaum, ein Außenbereich. Gebucht heißt, dass es einen Vertrag, einen Ansprechpartner und eine vereinbarte Nutzungszeit gibt — der Ort ist Betriebsmittel und nicht das Zuhause einer beteiligten Person.

Was eine Location tauglich macht

  • Strom und Platz: genug Anschlüsse für Licht und Technik, Raum für Kamera und Aufbau.
  • Ruhe: keine Baustelle nebenan, keine dünne Wand zum Treppenhaus. Störgeräusche kosten Aufnahmen.
  • Ein getrennter Rückzugsraum: ein abschließbarer Bereich zum Umziehen und Ausruhen, getrennt von der Arbeitszone.
  • Sanitär und Hygiene: funktionierendes Bad, warmes Wasser, Handtücher, Möglichkeit zum Duschen.
  • Erreichbarkeit: Adresse, die man findet, Parkmöglichkeit oder Anbindung, kein anonymer Treffpunkt.
  • Genehmigung: Der Eigentümer weiß, was dort gedreht wird, und hat zugestimmt.

Der letzte Punkt wird am häufigsten übersehen. Wird ohne Kenntnis des Vermieters gedreht, kann der Dreh mitten am Tag beendet werden — und du stehst mit halbem Honorar und einer langen Rückfahrt da.

Keine Drehs und keine Castings in Privatwohnungen

Bei uns gilt ohne Ausnahme: Castings und Drehs finden im Studio oder in einer gebuchten Location statt, nie in einer Privatwohnung. Zusätzlich sind beim Casting mindestens drei Personen anwesend, eine Begleitperson ist erlaubt, und es finden keine sexuellen Handlungen statt.

Das ist kein Formalismus. Eine Privatwohnung hat keinen neutralen Ansprechpartner, kein Hausrecht auf Seiten der Produktion und keine dokumentierte Buchung. Es gibt niemanden, der bezeugen kann, wer wann anwesend war. Wer dort in Schwierigkeiten gerät, hat weder Zeugen noch eine Adresse, die jemand offiziell kennt. Die Einladung in eine Wohnung ist deshalb eines der zuverlässigsten Warnsignale für ein unseriöses Angebot — mehr dazu im Beitrag unseriöse Angebote erkennen.

Was du vor der Anfahrt klärst

Die vollständige Adresse gehört ins Call Sheet, mehrere Tage vorher. Prüfe sie einmal auf einer Karte: Ist das eine gewerbliche Adresse, eine Ferienwohnung, ein Hotel? Frage nach, wer vor Ort die Ansprechperson für Organisatorisches ist, und ob ein Rückzugsraum vorhanden ist.

Gib Adresse, geplante Endzeit und den Namen der Produktion an eine Vertrauensperson weiter. Wenn die Adresse erst kurz vor dem Termin oder gar nicht kommt, fahre nicht hin.

Zwei weitere Punkte lohnen die Nachfrage: Wie lange ist der Ort gebucht, und was passiert bei Überziehung? Endet die Buchung um achtzehn Uhr und dauert der Dreh länger, entsteht Druck, der am Ende bei dir landet. Und zweitens: Gibt es eine Rückfallposition, wenn die Location kurzfristig ausfällt — oder wird dann improvisiert? Die Antwort auf die zweite Frage trennt vorbereitete Produktionen von unvorbereiteten. Wie am Ort selbst gearbeitet wird, beschreibt der Eintrag Set.

Offene Frage dazu?

Begriffe erklären das Was, nicht immer das Wie im eigenen Fall. Wenn du wissen willst, was das konkret für dich bedeutet, frag uns — daraus muss keine Bewerbung werden. Viele Antworten stehen schon bei den häufigen Fragen.

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