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Lexikon · Produktion und Set

Drehbuch

In Erotikproduktionen meist ein Ablaufplan statt eines Dialogbuchs: Er hält fest, welche Szenen in welcher Reihenfolge und mit welchem Inhalt entstehen sollen.

Ein Drehbuch beschreibt, was gedreht werden soll. In der Erotikproduktion ist es allerdings selten ein klassisches Buch mit ausformulierten Dialogen, sondern meistens ein Ablaufplan: eine Liste von Szenen mit Ort, beteiligten Personen, grobem Handlungsrahmen und den vorgesehenen Handlungen.

Vom Dialogbuch zum Szenenplan

Je nach Produktionsart fällt das unterschiedlich detailliert aus. Eine Fotoproduktion arbeitet oft nur mit einer Motivliste. Eine aufwendigere Videoproduktion mit Rahmenhandlung kann tatsächlich Dialoge enthalten, meist knapp gehalten und für den Drehtag noch veränderbar. Der Regelfall liegt dazwischen: ein bis drei Seiten, die Szene für Szene durchgehen.

Was fast immer drinsteht: Reihenfolge der Szenen, welche Personen in welcher Szene auftreten, Kleidung und Setting, die vorgesehenen Handlungen und ihre ungefähre Dauer. Was fast nie drinsteht: exakte Einstellungsgrößen und Kamerapositionen — das entscheidet die Regie vor Ort.

Beachte dabei, dass die Nummerierung im Plan die erzählte Reihenfolge meint, nicht die Drehreihenfolge. Gedreht wird nach Drehort und Lichtaufbau, also oft von hinten nach vorn. Was auf dem Blatt als Szene eins steht, kann am Nachmittag entstehen.

Wann du ihn zu sehen bekommst

Du solltest den Ablaufplan vor der Vertragsunterschrift kennen, mindestens aber die Beschreibung dessen, was von dir verlangt wird. Ohne diese Information kannst du weder deine Gage einschätzen noch beurteilen, ob der Inhalt zu deinen Grenzen passt.

Praktisch läuft das oft zweistufig: eine inhaltliche Beschreibung bei der Anfrage, der konkrete Plan wenige Tage vor dem Dreh zusammen mit dem Call Sheet. Kommt gar nichts, frage schriftlich nach. Ein Angebot, das den Inhalt bis zum Drehtag offenlässt, ist keine seriöse Grundlage für eine Zusage.

Manche Produktionen geben den Plan nur gegen eine Verschwiegenheitserklärung heraus. Das ist übliche Praxis, solange sie sich auf den Inhalt der Produktion bezieht. Sie darf dir nicht verbieten, über Arbeitsbedingungen zu sprechen oder dich im Problemfall an Dritte zu wenden.

Abweichungen am Set

Ablaufpläne ändern sich. Eine Szene fällt weg, weil das Licht nicht steht. Eine andere kommt dazu, weil noch Zeit ist. Das ist normal und kein Grund zur Sorge — solange die Änderung im Rahmen dessen bleibt, was vereinbart wurde.

Entscheidend ist die Grenze dieser Flexibilität: Ein geänderter Ablaufplan erweitert nicht deine Zustimmung. Was nicht in deiner Ja-Nein-Vielleicht-Liste steht, wird auch dann nicht gedreht, wenn es plötzlich im Plan auftaucht. Die Liste ist Vertragsbestandteil, der Ablaufplan ist ein Arbeitsdokument. Bei Widerspruch gilt die Liste.

Wird spontan mehr verlangt, als vereinbart war, ist das eine neue Vereinbarung — mit eigener Zustimmung und eigener Vergütung. Beides wird vor der Aufnahme geklärt, nicht danach.

So arbeitest du damit

Drucke den Plan aus oder markiere ihn digital. Streiche an, was du bereits abgelehnt hast, und bring das Blatt mit. Am Drehtag hast du damit ein Dokument in der Hand statt einer Erinnerung an ein Telefonat.

Bleibt der Plan trotz Nachfrage vage, ist das ein Grund abzusagen. Welche Regeln bei uns für Ablauf und Absprachen gelten, steht unter Sicherheit.

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