Lexikon · Produktion und Set
Cut
Das Kommando, das eine laufende Aufnahme sofort stoppt: Die Regie gibt es aus fachlichen Gründen, Darsteller jederzeit und ohne Begründung.
Cut ist das Kommando, das eine laufende Aufnahme beendet. Es wird laut ausgesprochen, alle halten inne, die Kamera stoppt. Das Wort ist deshalb so kurz und international, weil es in jeder Situation sofort verstanden werden muss — auch von Teammitgliedern, die gerade nicht hinsehen.
Die Regie beendet den Durchgang
Im Normalfall kommt das Kommando von der Regie, wenn ein Durchgang im Kasten ist oder etwas nicht gepasst hat. Danach folgt meistens eine kurze Ansage, wie es weitergeht: noch einmal, neue Einstellung oder Pause. Das ist reine Ablauforganisation und passiert an einem Drehtag dutzendfach.
Zwei Dinge sind dabei zu unterscheiden. „Cut“ beendet die laufende Aufnahme, mehr nicht. Erst die Ansage danach sagt, ob die Szene abgeschlossen ist. Solange nichts gesagt wird, bleibt die Position im Zweifel erhalten, weil unmittelbar weitergedreht werden kann.
Und du kannst jederzeit stoppen
Das ist der wichtigere Teil dieses Eintrags: Das Recht, eine Aufnahme zu beenden, liegt nicht allein bei der Regie. Jeder Darsteller kann eine laufende Aufnahme jederzeit stoppen — sofort, ohne Vorwarnung und ohne Begründung.
Dafür gibt es zwei etablierte Wege. Ein Safeword ist ein vorher vereinbartes Wort, das den Dreh sofort anhält; es wird bewusst so gewählt, dass es in keiner Szene zufällig fällt. Der Ampelcode arbeitet abgestuft: Gelb heißt langsamer oder Rücksprache, Rot heißt sofortiger Stopp. Beides wird vor dem ersten Take festgelegt und dem gesamten Team mitgeteilt, nicht nur der Regie.
Wenn nichts davon vereinbart wurde, gilt das ausgesprochene „Cut“ oder „Stopp“ genauso. Ein Team, das darauf nicht sofort reagiert, arbeitet nicht seriös — das ist keine Frage von Erfahrung oder Hektik, sondern eine Grundregel.
Was danach passiert
Nach einem Abbruch durch dich wird nicht verhandelt und nicht nachgefragt, warum. Üblich ist: Aufnahme aus, Bademantel oder Decke, ein Getränk, ein ruhiger Ort. Erst danach klärt die Produktionsleitung, ob und wie weitergedreht wird.
Ein Abbruch ist kein Vertragsbruch und kein Grund, dir die Gage zu kürzen. Das Abbruchrecht gehört zum Vertrag, nicht gegen ihn. Bereits gedrehtes Material bleibt zunächst liegen; ob es verwendet werden darf, richtet sich nach der erteilten Einwilligung und danach, ob du sie aufrechterhältst.
Vor dem ersten Take festlegen
Kläre drei Punkte, bevor die Kamera das erste Mal läuft:
- Welches Wort oder welcher Code gilt und ob das gesamte Team ihn kennt.
- Was gilt, wenn du nicht sprechen kannst — ein vereinbartes Handzeichen oder zweimaliges Klopfen.
- Wer nach einem Abbruch ansprechbar ist, und zwar jemand anderes als die Regie.
Diese drei Fragen dauern zwei Minuten und ändern die Statik des ganzen Drehtags. Eine Produktion, die sie vorbereitet beantwortet, hat das Thema schon vor dir durchdacht — auch das ist eine brauchbare Information über deinen Auftraggeber.
Offene Frage dazu?
Begriffe erklären das Was, nicht immer das Wie im eigenen Fall. Wenn du wissen willst, was das konkret für dich bedeutet, frag uns — daraus muss keine Bewerbung werden. Viele Antworten stehen schon bei den häufigen Fragen.